Gegen die Tür eines fremden Pkw gerollt

Wetter..  Ein kurzer Moment der Unaufmerksamkeit kostete eine 66-jährige Frau aus Wetter jede Menge Nerven und brachte ihr jetzt ein Verfahren wegen Unfallflucht vor dem hiesigen Amtsgericht ein. Der Vorwurf: Die Rentnerin soll mit ihrem Wagen ins Rollen gekommen, gegen ein anderes Auto gestoßen und dann bewusst weggefahren sein, ohne sich um den Schaden zu kümmern.

Nur für Sekunden war die Wetteranerin am Mittag des 12. November abgelenkt. Deshalb registrierte sie zunächst auch nicht, dass sich ihr Wagen auf dem abschüssigen Gelände einer Tankstelle selbstständig machte. Als sie es bemerkte, bremste sie sofort. Offenbar war es jedoch zu spät. Ihr Pkw stieß gegen die Tür eines anderen Autos; dabei entstand ein Schaden von rund 1000 Euro.

Per Handzeichen verständigte sie sich mit der Fahrerin des fremden Wagens, wer nun wegfahren sollte. Die Gesten der anderen Frau interpretierte sie so, dass sie wegfahren sollte. Und genau das tat sie – nicht ahnend, dass es doch zu einer kleinen Kollision gekommen war. Umso böser die Überraschung, als sie es plötzlich mit der Polizei zu tun hatte.

Kein Kratzer am eigenen Wagen

Einigermaßen fassungslos saß die Wetteranerin, die sich in ihrem Leben nie etwas zu Schulden kommen ließ, jetzt auf der Anklagebank. Und, obwohl sie sich nach wie vor sicher war, dass es den Anstoß gar nicht gab, stellte sie ihn nicht in Abrede. „Ich war mir sicher, dass ich nicht drangekommen bin“, betonte sie. Zumal an ihrem eigenen Wagen kein einziger Kratzer gewesen sei. Ihr Verteidiger hielt es für möglich, dass sie den Anstoß für den Ruck beim Bremsen hielt und ihn deshalb nicht registrierte. Selbst die Geschädigte wollte nicht ausschließen, dass die Rentnerin ihre Gesten so auslegte, dass sie wegfahren sollte.

Aus Sicht des Gerichts stand zweifelsfrei fest, dass es zu einer Berührung der Fahrzeuge kam. Aber Richter Heinz-Dieter Beckmann ging davon aus, dass die Wetteranerin den Anstoß nicht bemerkte und auch keine Unfallflucht beging. Ihr Prozess endete mit einem Freispruch.