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Fussball ist bald ihr Hauptberuf

14.03.2008 | 16:46 Uhr

Wetter-Wengern. (cp) Für die meisten ist Fußballspielen bloßes Freizeitvergnügen. Für Mahmoud Najdi und Raphael Koczor ist es zurzeit Nebenjob und bald vielleicht Hauptberuf. ...

... Die beiden 19-Jährigen spielen in der A-Jugend Bundesliga-Mannschaft des MSV Duisburg und sammelten bereits internationale Wettkampferfahrung. Die WESTFALENPOST hat mit ihnen über Karriere und über Zukunftsperspektiven gesprochen.

Frage: Zurzeit spielt ihr ganz oben mit - aber auch ihr habt ja mal klein angefangen. Wann und wo habt ihr die ersten Erfahrungen gesammelt?

Mahmoud Najdi: Ich habe in der F-Jugend beim SuS Volmarstein angefangen und dort bis zur C-Jugend in der Kreisliga gespielt. Nach einem Probetraining beim VfL Bochum bot man mir einen Fünfjahresvertrag für die Regionalliga an, den ich auch unterzeichnete. In dieser Saison verpflichtete mich dann der MSV Duisburg, für den ich bisher jedes Saisonspiel als Stammspieler im linken Mittelfeld absolviert habe. Wir spielen gegen hochkarätige deutsche Nachwuchs-Mannschaften wie Bayern München oder den FC Schalke 04.

Raphael Koczor: Meine ersten Erfahrungen habe ich bei den Minikickern des TuS Wengern gesammelt, bis zum Ende der F-Jugend spielte ich für die Kreisliga-Mannschaft meines Heimatvereins. Als ich an einer Fußballschule teilnahm, die auf dem Brasberg stattfand, wurde Marco Fladerich auf mich aufmerksam, der damals F-Jugendtrainer beim VfL Bochum war. Er bot mir an, in seine Mannschaft zu wechseln, allerdings hatte ich bereits in Esborn einen Einjahresvertrag unterschrieben, die eine Liga höher spielten als Wengern. Als dieser auslief, war Marco Fladerich zu Schalke 04 gewechselt. Auf sein Angebot hin ging ich nach Schalke und entschloss mich, auf die Torwartposition zu wechseln. Zwei Jahre später verpflichtete mich der VfL Bochum, wo Mahmoud und ich uns kennen lernten. Als die Mannschaft meinen Vertrag nicht verlängerte, ging ich zum MSV Duisburg, wo ich heute Stammtorwart bin.

Frage: Aus sportlicher Sicht habt ihr viele Stationen durchlaufen. Welches war das schönste Erlebnis eurer Karriere?

Najdi: Für mich waren das die Spiele gegen Südafrika, Namibia und Sambia mit der U-17 Westfalenauswahl. Wir haben vierzehn Tage lang in einem Fünf-Sterne-Hotel gewohnt, haben Kapstadt besucht und wurden sogar vom namibischen Präsidenten empfangen. Gewissermaßen war das wie Urlaub mit Training und gelegentlichen Spielen.

Koczor: Ich erinnere mich immer gerne an unseren Sieg gegen den VfL Bochum. Damals spielte ich schon für den MSV und Mahmoud noch für die Mannschaft des VfL - es war also unser erstes direktes Duell. Am Ende haben wir deutlich gewonnen und ich habe sogar einen Elfmeter gehalten.

Frage: Bleibt genügend Zeit für Schule, Familie und Freunde?

Najdi: Ich fahre viermal in der Woche zum Training nach Duisburg, zusätzlich haben wir sonntags Meisterschaftsspiele. Natürlich ist das eine große zeitliche Belastung - dennoch besuche ich momentan die 12. Klasse des Geschwister-Scholl-Gymnasiums und habe fest vor, dort das Abitur zu machen. Schließlich weiß man ja nie, ob sich der Traum vom Profifußball auch wirklich erfüllt.

Koczor: Als mir mein Berater sagte, ich hätte gute Aussichten, später einmal von einem Bundesligaverein übernommen zu werden, habe ich das Berufskolleg abgebrochen, um mich voll und ganz auf den Sport zu konzentrieren.

Frage: Momentan laufen die Vertragsverhandlungen auf Hochtouren - welche Chancen rechnet ihr euch aus?

Najdi: Wie gesagt fahre ich zurzeit zweigleisig, allerdings würde ich die Möglichkeit einer Fußballkarriere natürlich nutzen und dann vielleicht erst danach mit einem Studium beginnen.

Koczor: Mein Berufsziel ist klar der Profifußball - schließlich muss sich der ganze Aufwand, den wir im Moment betreiben, ja auch auszahlen. Als Stammspieler in der A-Jugend Bundesliga verdienen wir etwa so viel wie ein Auszubildender. Toll wäre natürlich, wenn Mahmoud und ich vom gleichen Team verpflichtet würden und dann gemeinsam in eine andere Stadt ziehen könnten - aber das kann man sich nicht aussuchen.

Mit Mahmoud Najdi und Raphael Koczor sprach Christian Papesch.



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