Frontaler Zusammenstoß im Ender Tal

Herdecke..  Schon wieder ein schwerer Unfall auf der Ender Talstraße. In der Nacht zum Donnerstag stießen in Höhe des Regenrückhaltebeckens zwei Fahrzeuge frontal zusammen. Für die Freiwillige Feuerwehr gab es zunächst die Meldung „Personen eingeklemmt“. „Doch das hat sich zum Glück als weniger dramatisch herausgestellt“, sagt der stellvertretende Feuerwehrsprecher Michael Tillmanns, der mit mehr als 20 weiteren Kameraden vor Ort war. Eine 26-jährige Wetteranerin und ein 51 Jahre alter Fahrer, der ebenfalls aus Herdecke stammt, wurden mit Verletzungen ins nahegelegene Krankenhaus gebracht. Die 26-Jährige wurde nach Aussage der Polizei schwer verletzt.

Entwickelt sich die Straße durchs Ender Tal zum Unfallschwerpunkt? In den vergangenen 12 Monaten haben sich auf der Ender Talstraße 34 Unfälle ereignet, „bei vier Unfällen wurden Personen verletzt“, sagt Dirk Happe, Leiter der Direktion Verkehr bei der Kreispolizeibehörde. 16 Unfälle rangieren bei der Polizei als Bagatell-Unfälle. Darunter fallen zum Beispiel Berührungen der Außenspiegel. Sieben Mal war Wildwechsel Ursache für einen Unfall. Am häufigsten ist es jedoch unangepasste Geschwindigkeit, die zu einem Unfall führt. „Unfälle können vermieden werden, wenn die Fahrzeugführer ihre Geschwindigkeit rechtzeitig anpassen und jederzeit mit Gegenverkehr rechnen“, so Happe.

14 Prozent zu schnell unterwegs

Dies gilt nach Aussage der Polizei vor allem für den nicht ausgebauten Teil der Straße. 14 Prozent der im Ender Tal kontrollierten Fahrzeuge sind zu schnell unterwegs. „Bei schnellerer Fahrt fällt es den Fahrzeugführern schwerer, den äußersten rechten Fahrbahnrand einzuhalten, insbesondere wenn der Seitenstreifen unbefestigt ist. Daher neigen die Fahrzeugführer dazu, eher mittig zu fahren, wenn kein Gegenverkehr in Sicht ist“, so der Verkehrsexperte der Polizei. Fatale Folge bei einem Unfall im engen Teilstück: Eine Fahrerin geriet beim Erkennen des Gegenverkehrs auf den unbefestigten Seitenstreifen und lenkte dagegen. „Das jedoch zunächst mit wenig Erfolg“, so Dirk Happe. Als die Räder wieder auf dem Asphalt griffen, verstärkte sich allerdings die Lenkbewegung und der Wagen der Frau stieß mit dem entgegenkommenden Fahrzeug zusammen.

Radaufhängung herausgerissen

In der Nacht zum Donnerstag prallten die Fahrzeuge allerdings auf dem ausgebauten Teil der Ender Talstraße zusammen. Da der 52-Jährige Herdecker aus England stammt, hält es die Polizei für möglich, „dass er aufgrund seiner sonstigen Fahrgewohnheiten im Linksverkehr auf die Gegenfahrbahn geriet“. Für Feuerwehrsprecher Tillmanns sind die Fahrer dank der modernen Fahrzeugtechnik mit relativ geringen Blessuren davongekommen. „Bei einem Fahrzeug war die komplette Radaufhängung herausgerissen“, so Tillmanns. Das zeige die massive Wucht des Aufpralls.

Der Unfall vom Mittwoch wie auch der Glatteis-Unfall, bei dem ein Kleinbus für die Behindertenbeförderung von der Fahrbahn abkam und in einen Graben stürzte, ereigneten sich im ausgebauten Teil der Straße. Für die Polizei greift darum die Forderung, die gesamte Strecke breit auszubauen, zu kurz. „Wünschenswert wäre, wenn die Verkehrsteilnehmer selbst einen Beitrag zu ihrer Sicherheit leisten würden und die Geschwindigkeit den Straßenverhältnissen anpassen würden sowie die besonderen Witterungsbedingungen eines Taleinschnittes mit Bachlauf und die damit erhöhte Glättegefahr im Winter berücksichtigen würden“, sagt Dirk Happe.