Freundschaft zwischen Fleisch und Wurst
11.02.2010 | 16:48 Uhr 2010-02-11T16:48:00+0100Voilá! In Augen von Bernd Weißmann fördert die Aktion den Austausch und die Völkerverständigung.
Der Metzgermeister aus Witten, der mit seinem Stand jeden Donnerstag auf dem Herdecker Wochenmarkt steht, wird in diesen Wochen von Julien Poirier (21), einem Auszubildenden aus Frankreich, unterstützt.
Vermittelt wurde der Austausch von der Fleischerinnung in Düsseldorf. Der junge Mann kommt aus Tours, beschäftigt sich dort in erster Linie mit der Herstellung von Pasteten und Brotaufstrichen. „Bei uns lernt Julien besonders die Produktion von deutschen, speziell westfälischen Wurst- und Fleischwaren kennen”, beschreibt Bernd Weißmann.
Und der junge Auzubi begrüßt es natürlich, sein Spektrum während der drei Wochen in Deutschland wesentlich zu erweitern. Für die Zeit in Westfalen hat Bernd Weißmann ihm eine Wohnung in Witten zur Verfügung gestellt. Und gemeinsam bereisen sie die Wochenmärkte in der Umgebung. „Herdecke mag ich ganz besonders. Die Leute hier sind nett und die Stadt ist schön”, meint Julien Poirier. Nicht selten bietet er auch Spezialitäten aus seiner Herstellung zum Probieren an, dafür gibt es dann Lob auf der ganzen Linie.
Gestern, an seinem letzten Tag auf dem Herdecker Wochenmarkt, bekam Julien sogar Besuch von einem Französisch-Kurs des Herdecker Friedrich-Harkort-Gymnasiums.
Französisch-Kurs
löcherte mit Fragen
24 Jugendliche aus der 7. Stufe kamen gemeinam mit ihrer Französisch-Lehrerin Monika Brüwer und konnten den Gast mit ihren Fragen „löchern”. „Wir haben uns vorher genau überlegt, was wir von Julien wissen wollen”, erläutert Lukas Sprang (13). Ihnen brannten besonders Fragen aus dem persönlichen Bereich - etwa nach Alter, Sternzeichen, Haustieren oder Hobbys - auf den Nägeln.
Für Bernd Weißmann steht schon jetzt fest: „Die Freundschaft zu Julien soll möglich lange halten.” Schließlich verbinden mehrere Hobbys beide Männer. In der Freizeit, abseits von allen Fleisch- und Wurstwaren, basteln sie gerne an italienischen Motorrädern der Baujahre '65 bis '85.
Gemeinsamer Besuch
im „Starlight-Express”
Außerdem hören sie zusammen Gitarren-Musik. „Am liebsten von den ,Gipsy Kings'”, meint Bernd Weißmann - und Julien nickt zustimmend.
Gern denken sie auch an den Besuch im Bochumer „Starlight-Express” zurück. Immer dann, wenn im Rennen der Eisenbahnen der französische Schnellzug auftrat, war die Freude bei Julien Poirier natürlich groß.
Neben Julien sind noch 19 weitere Fleischer-Azubis in NRW zu Gast. Heute steht ein Besuch bei der Innung in Düsseldorf an, dann geht's zurück nach Frankreich.
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