Freundschaft falsch verstanden

Herdecke..  Falsch verstandene Freundschaft und das Ziel, seine Muskeln in Rekordzeit wachsen zu lassen, verleiteten einen 27-jährigen Herdecker dazu, seine Anschrift für Testosteron-Lieferungen zur Verfügung zu stellen. In seiner Wohnung wurden zudem entsprechende Präparate entdeckt. Wegen Verstoßes gegen das Arzneimittelgesetz stand er jetzt vor dem Amtsgericht Wetter.

Kein Spielzeug aus China

Für einen gesondert verfolgten Kumpel, der offenbar Handel mit Anabolika betrieb, gab der Herdecker in zwei Fällen seine Adresse für große Lieferungen aus China an. Bei der Durchsuchung seiner Wohnung stellten Ermittler Anfang 2014 außerdem zwei leere Testosteron-Ampullen und 28 Tabletten sicher.

Vor Gericht erklärte sein Rechtsanwalt jetzt für ihn, dass er sehr wohl wusste, dass es sich bei der Fracht keineswegs um Spielzeug aus China gehandelt habe. Allerdings, so der Verteidiger, sollte sein Mandant nichts dafür bekommen. „Es war eine reine Gefälligkeit.“ Sicherlich, das räumte der Herdecker dann ein, habe auch er derartige Mittel konsumiert und von dem gesondert verfolgten Bekannten bezogen. Seit dieser Erfahrung, so beteuerte er jedoch, lasse er „definitiv die Finger von dem Zeug“.

Da der 27-Jährige zuvor nie in irgendeiner Form mit dem Gesetz in Konflikt geraten war und er trotz der erheblichen Mengen keinen großen eigenen Gewinn machte, gab ihm das Gericht eine Chance. Sein Verfahren wurde vorläufig eingestellt. Auflage: Binnen sechs Monaten soll er 600 Euro an den Deutschen Kinderschutzbund Herdecke zahlen.

EURE FAVORITEN IN DIESER STUNDE