Freispruch nach vermeintlicher Fahrt ohne Führerschein

Keine Verurteilung: Ein 52-jähriger Herdecker mit erotischen Vorlieben kam nach einer vermeintlichen Fahrt ohne Führerschein glimpflich davon.

Herdecke/Wetter..  Wieder einmal sollte ein 52-jähriger Herdecker mit seinem Auto durch seine Heimatstadt gefahren sein, obwohl er keinen Führerschein besitzt. Ein Nachbar, mit dem er seit längerer Zeit im Clinch liegt, sah seinen Wagen, wähnte ihn in dem Pkw und informierte die Polizei. Vor dem Amtsgericht Wetter beteuerte der Herdecker seine Unschuld – und das diesmal sogar mit Erfolg.

Keine gute Nachbarschaft

Seine Kontakte zum ältesten Gewerbe der Welt nimmt die Nachbarschaft nicht gerade für ihn ein. Vielmehr ist der 52-Jährige einigen Bewohnern eines Mehrfamilienhauses in Herdecke ein regelrechter Dorn im Auge. Seine Leidenschaft für das Autofahren kommt erschwerend hinzu. In der Vergangenheit wurde der Mann, der in Deutschland keine Fahrerlaubnis besitzt, immer wieder hinter dem Steuer erwischt.

Nach drei einschlägigen Vorstrafen erhielt der Herdecker im vergangenen Jahr vier Monate auf Bewährung, obwohl er es trotz aller Warnungen nicht lassen konnte.

Dennoch, obgleich das Damoklesschwert des Widerrufs seine Bewährung über ihm schwebte, sollte er sich Mitte September erneut zu einer Fahrt haben hinreißen lassen. Ein Nachbar rief die Polizei an, erklärte, den Wagen des 52-Jährigen in der Berliner Straße gesehen zu haben und, so stand es zumindest später im Protokoll, war sich sicher, den Angeklagten als Fahrer erkannt zu haben.

Mobbing-Opfer

Davon wollte der Herdecker jetzt vor Gericht nichts wissen, wähnte sich vielmehr als Mobbing-Opfer der Nachbarschaft und versicherte, dass drei Personen seinen Wagen in der fraglichen Zeit gefahren hätten – er jedoch ganz bestimmt nicht. Überhaupt sei das Fahrzeug im Februar abgemeldet worden und solle über einen Bekannten, dem er es bereits übergeben habe, verkauft werden. Passend dazu fiel die Aussage seines Nachbarn, der ihn im September anschwärzte, eher überraschend aus. Der 43-Jährige erklärte im Zeugenstand, dass er die Person hinter dem Steuer nur schemenhaft gesehen habe und meine, dass es der Angeklagte gewesen sei.

Auswanderung geplant

Das konnte weder die Vertreterin der Staatsanwaltschaft noch das Gericht von der Schuld des Herdeckers überzeugen. Er wurde freigesprochen. Anlass für ihn, noch einmal seine Unschuld zu versichern: „Ich war es auch nicht.“ Sein Nachbar dürfte in absehbarer Zeit Anlass zur Freude haben: Der 52-Jährige plant, seine Zelte in Herdecke abzubrechen und nach Osteuropa auszuwandern.