Frauen übernehmen die Macht in der SPD-Fraktion
06.10.2009 | 17:26 Uhr 2009-10-06T17:26:00+0200In der SPD-Fraktion haben die Frauen die Macht übernommen: Mit Nadja Büteführ (43) als 1. Fraktionsvorsitzende und Karin Striepen (56) als 2. Fraktionsvorsitzende haben die Herdecker Sozialdemokraten den angekündigten Neuanfang - zumindest personell - umgesetzt.
Nach der verheerenden Niederlage bei der Kommunalwahl hatten zunächst Stadtverbandsvorsitzender Gordon Heinemann und zwei Wochen später auch Fraktionsvorsitzender Jürgen Sellmann den Verzicht auf eine weitere Kandidatur erklärt und dies mit der Notwendigkeit eines „personellen und politischen Neuanfangs” begründet.
Nach der Fraktionssitzung am vergangenen Montag waren die Würfen gefallen - für Nadja Büteführ und Karin Striepen, und zwar einstimmig. Offiziell findet die Wahl aber erst am 27. Oktober statt, wenn sich die neue Fraktion konstituiert.
„Wir sind mit unserer Kandidatur auf breite Zustimmung in der Fraktion und in den Ortsvereinen gestoßen”, versicherten die beiden Damen gestern im Gespräch mit dieser Zeitung. Dabei war ihnen daran gelegen, jung und alt sowie bewährte und junge Kräfte zusammenzubringen, keine Gräben aufzureißen: „Um keine Spaltung zu betreiben.”
Im gewissen Sinn verkörpern diesen Ansatz Nadja Büteführ und Karin Striepen persönlich: Striepen gehört dem Rat seit 1981 an, Büteführ „erst” seit 1999.
„Selbstbewusst, aber
nicht überheblich”
Worauf haben sich die SPD, aber auch die anderen im Rat vertretenden Parteien einzurichten? Die neue Fraktionsspitze lässt daran keinen Zweifel: „Angesichts der Probleme, gerade in finanziellen Hinsicht, streben wir eine inhalts- und themenbezogene Arbeit an.” Man werde sich „selbstbewusst, aber nicht überheblich” geben, einen vernünftigen Umgang untereinander pflegen und die sachliche Auseinandersetzung suchen. Dabei würde dann sicherlich auch deutlich werden, mutmaßt Karin Striepen, ob die Grünen zu ihren alten Anträgen stünden oder „ihr Gesicht verlieren”.
Gegenüber der Partei „Die Linke” und ihren zwei Vertretern im Rat verspüren die SPD-Fraktionsvorsitzenden „keine Berührungsängste”. Man wolle die Linke nicht verteufeln, spielt Nadja Büteführ auf die bundespolitische Situation an, „aber einige ihrer Ideen, auch außenpolitisch, kann die Linke getrost in die Tonne kloppen.”
Die eigenen Genossen müssen sich hingegen auf „einen kooperativen Führungsstil” einrichten. Die beiden Damen wollen untereinander Zuständigkeiten verteilen und sehe ihre eigenen Rollen „nicht streng hierarisch”.
Wer demnächst den Herdecker SPD-Stadtverband führt, ist noch ungewiss. Nadja Büteführ und Karin Striepen legen jedoch großen Wert auf eine klare Trennung zwischen Fraktion und Partei: „Ein unabhängiger Stadtverband hat sich bewährt.”
12:49
Mal genau nachscheuen, bei der Kommunalwahl 2004 hat die SPD im Vergleich zu 1999 wieder zugelegt. Der einzige Gewinner war politisch gesehen doch die FDP. Frage warum??
09:59
#3
Die spd hat zum zweitenmal in serie ein minus eingefahren.
Da haben Sie recht, bei der Bürgermeisterwahl ein Minus von 72 %.
15:03
geht es eigentlich auch mal ohne eingrenzende bewertungen? ja, die spd hat zum zweitenmal in serie ein minus eingefahren. keine glanzleistung, sie steht aber nicht allein auf weiter flur.... und warum sollen gerade in schwierigen zeiten keine hervorragenden persönlichkeiten nützen? und eine lange ratszugehörigkeit trifft doch nicht nur auf frau striepen zu. die anderen fraktionen sind auch nicht bange, ihre längstzeitvertreter in die bütt zu schicken. ob die veränderungen in der spd nützlich sind und auch im dialog mit der neuen parteilosen bürgermeisterin und im umgang mit jamaika etwas bringen, sollte einfach mal geduldiger abgewartet werden. es wird spannend im rat bleiben, glück auf!
10:33
28 Jahre ist Frau Striepen schon im Rat. Toller Neuanfang.
10:30
Nur schade, dass die SPD keine große Rolle mehr spielt. Da nützen die hervorragenden Persönlichkeiten auch wenig.