Förderangebote für junge Menschen schaffen

Wetter/Herdecke..  Der Arbeitslosenreport NRW der Freien Wohlfahrtspflege zeigt in seiner aktuellen Ausgabe, dass nach wie vor viele junge Menschen, die von Hartz-IV-Leistungen leben, große Probleme haben, wieder unabhängig von dieser Unterstützung zu werden. Ein Problem, das auch im Ennepe-Ruhr-Kreis aktuell ist, wie Mechthild Weickenmeier, Vorsitzende der Freien Wohlfahrtspflege im EN-Kreis und Geschäftsführerin des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes, feststellt.

1 Wo liegt das Problem für die jungen Leute?

Landesweit bezogen laut Arbeitslosenreport im Juni 2014 etwa 41 Prozent der erwerbsfähigen Leistungsberechtigten zwischen 15 und 25 Jahren vier Jahre und länger Hartz IV-Leistungen. Im Ennepe-Ruhr-Kreis waren es sogar 44,7 Prozent. Der Arbeitslosenreport weist gleichzeitig nach, dass sich landesweit die Situation von jungen Menschen, die Schwierigkeiten haben, nach der Schule einen Ausbildungsplatz zu finden, verschlechtert hat.

2 Es fehlen Ausbildungsstellen und andere Angebote?

Seit 2011 ist die Zahl der Teilnehmenden an Berufsausbildungsmaßnahmen um 33 Prozent gesunken. Auch im Ennepe-Ruhr-Kreis sank das Angebot an Maßnahmen zur Ausbildungsförderung für junge Menschen um 402 Plätze bzw. 32 Prozent. Auch die Zahl der unversorgten Bewerber, die auf der Suche nach einer Ausbildungsstelle sind, steigt. Während zum September 2011 im Ennepe-Ruhr-Kreis noch 50 Bewerber als unversorgt galten, waren es zum Ende September 2014 bereits 120.

3 Was fordern die Wohlfahrtsverbände?

Junge Menschen brauchen Perspektiven und Erfolgserlebnisse. Eine holperige, durch Misserfolge gepflasterte Übergangsphase von der Schule in den Beruf prägt Jugendliche und junge Erwachsene für viele Jahre negativ. Wir benötigen trotz der demografischen Veränderungen und des Rufs nach Fachkräften ausreichende Förderangebote für junge Menschen, die den direkten Weg in die Ausbildung nicht schaffen und ausreichend viele, auch am Ausbildungswunsch junger Menschen orientierte Lehrstellenangebote.