Film erinnert an Angriff auf Asylheim

Herdecke..  Im August 1992 brannte in Rostock-Lichtenhagen ein Asylbewerberheim. Der Film „Wir sind jung. Wir sind stark.“ beschreibt in einer Spielhandlung die schlimmsten fremdenfeindlichen Ausschreitungen in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland.

In einer verödeten Wohnsiedlung hängen die Jugendlichen herum und wissen nichts mit sich anzufangen. Tagsüber gelangweilt, harren sie der Nächte, um gegen Polizei und Ausländer zu randalieren. Auch Stefan (Jonas Nay), der Sohn eines Lokalpolitikers (Devid Striesow), streift mit seiner Clique ziellos durch die Gegend. Es brodelt, aber immer nur bis kurz vor dem Siedepunkt.

Die Hoffnung auf eine Heimat

Auch die Vietnamesin Lien (Trang Le Hong) lebt mit ihrem Bruder und ihrer Schwägerin in der Siedlung, im sogenannten Sonnenblumenhaus. Sie glaubt, in Deutschland eine Heimat gefunden zu haben, und will auch nach der Wende bleiben. Es ist der 24. August, als die Geschichten dieser Menschen zusammentreffen: Der Mob hat sich vor dem Sonnenblumenhaus versammelt. Auch Stefan, Robbie (Joel Basman) und die anderen sind unter den Randalierern. Die Krawalle eskalieren, und schließlich wirft einer den ersten Molotow-Cocktail ins Haus. Die tatenlos zuschauende Menge klatscht Beifall.

Der wichtige und hochaktuelle Film mit dem Prädikat „besonders wertvoll“ ist ab zwölf Jahren freigegeben und läuft am heutigen Dienstag und am morgigen Mittwoch jeweils um 20 Uhr im Onikon.