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Wengern

Festlaune stört Ruhe von Nachbarn

04.10.2012 | 16:28 Uhr
Festlaune stört Ruhe von Nachbarn
der auch an die Beschwerdeführer sowie die Stadt geht. Das passende Foto zeigt Michael Kramer (links) mit Maria Voll vom Elbschetal und Udo Görlich vom Leimkasten.Foto: privat

Wengern. Eine kleine Bürgerinitiative streitet seit kurzem „für den Erhalt des alten Dorfkerns als Ort der Begegnung und Kommunikation“. Ihr Ziel: „Gastronomie und Veranstaltungen dürfen nicht sterben“. Und es gibt Rückenwind von Bürgern: 300 haben mit ihren Namen die Unterschriftenlisten gefüllt.

„Unbegründete oder über das Ziel hinaus schießende Beschwerden“ seien Grund für ihre Aktion. In einem Schreiben erklärt die Bürgerinitiative, dass es am Vatertag zu einem Polizeieinsatz gekommen sei, bei dem die Beamten „die Einstellung des Gaststättenbetriebes im Biergarten des Leimkastens verfügten.“ Bereits Ende Juli habe eine Anwohnerin aus der Nachbarschaft eine Beschwerde an die Stadt gerichtet, „deren Wortlaut nur darauf zielen kann, die Menschen im Dorfkern von Wengern in die Lautlosigkeit zu zwingen“. Die Initiative betont, dass es sich „bei der Gaststätte Leimkasten und dem Hotel Elbschetal nicht um Betriebe, die randalierende und pöbelnde Gäste bewirten“ handele. Die Gäste verhielten sich „ausnahmslos sozialadäquat und den allgemeinen gesellschaftlichen Umgangsformen entsprechend“.

Eine Störung der Nachtruhe im Dorfkern sei nicht an der Tagesordnung, heißt es in dem Schreiben. „Wir verkennen nicht, dass eine Nachtruhe gewährleistet sein muss. Auch die Unterzeichner der Unterschriftenliste streben für sich und ihre Mitbürger einen erholsamen Schlaf an. Wir nehmen jedoch im Interesse unserer Mitbürger allesamt hin, dass es im sozialen Gefüge gelegentlich zu Beeinträchtigungen der Ruhe kommt“, so die BI. Michael Kramer von der BI sagt: „Man kann nicht hierher ziehen und dann sein Umfeld nach Gutsherrenart gestalten.“

Niemand habe etwas gegen Geselligkeit und gemeinsames Trinken, so ein Anwohnerehepaar, das sich bereits bei Ordnungsamt und Polizei beschwerte, aber nicht namentlich genannt werden möchte.

„Das ist keine Tradition“

„Wir wohnen hier schon 15 Jahre und kennen die Tradition - das Feuerwehrfest, Herbstfest, Kirchenfeste“. Der Wirt des Leimkastens hingegen sei eher neu in Wengern und berufe sich nun auf Traditionen bzw. begründe dergleichen neu. „Damit meint er wohl eine Besäufnistradition“, so das Ehepaar. Am Vatertag hätten angetrunkene Männer morgens „volle Kanne“ dort Musik gemacht, woraufhin der Nachbar den Leimkasten-Wirt an seine Sorgfaltspflicht erinnert habe. „Da wurden die Gäste ausfällig und haben mich bedroht.“

Es sei schön, dass der Wirt beginne, am Leimkasten eine gepflegte Außengastronomie aufzubauen. Aber er habe dann bisweilen auch bis Mittermacht aufgelassen. „Das ist keine Tradition“, so die Anwohner. Auch das Oktoberfest mit lauter Musik tagsüber sei keine Tradition. „Man könnte noch viel häufiger intervenieren“, sind die beiden Anwohner überzeugt. Und: Auch andere Anwohner würden leiden, aber es gebe nur wenige, die sich aus der Deckung trauten: „Die ertragen das still und profitieren von uns.“

Von Elisabeth Semme

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Kommentare
05.10.2012
17:03
Festlaune stört Ruhe von Nachbarn
von WengernsDude | #4

Niemand kann in Frieden leben, wenn es dem bösen Nachbarn nicht gefällt. Und mit diesem Wirt ist Leben in den Leimkasten eingekehrt. Man trifft sich dort, man geht gern hin. Ich kenne noch die Zeit, als es dort Frikadelle mit Senf gab. Nun ist es eine absolute Bereicherung für Wengern.
Und wenn die ach so armen Gestörten sich nach 15 Jahren nicht mehr wohlfühlen (oder neiden sie dem Wirt den Erfolg), na dann sollen sie sich doch schleichen. Wie wär eine schöne, ruhige Wohnung für dieses gestörte Paar 250 Meter weiter höher am Gottesacker? Nein, da haben sie auch keine Ruhe, den bei solchen neuen Nachbarn würden die Toten sich im Grab umdrehen und das knirscht dann zu sehr in des Paares Ohren...

05.10.2012
11:18
Festlaune stört Ruhe von Nachbarn
von Flammmaster112 | #3

Ich seh das auch so, Wengern MUSS ruhiger werden.
Nachdem es schon einigen Wenigen damals gelungen war, die Kirmes wegen dem Krach sterben zu lassen, muss nun auch der alte Dorfkern daran glauben. Egal was die Tradition sag, egal wie es dann um die Existens des "Leimkasten" und dessen Wirt steht. Unser Dorf muss ruhiger werden. Vielleicht können wir da auch gleich über "Flüster-Hörner" für die Feuerwehrfahrzeuge nachdenken, oder die Kirchenglocke mit Dämmstoff ausfüllen.
Ich finde es gut, dass sich dieses Ehepaar aus der Deckung getraut hat, auch wenn es nicht namentlich genannt werden möchte.
Ich finde den alten Dorfkern schön, so wie er ist.
P.S.: Ich wohnte selbst mal dort!

05.10.2012
08:40
Festlaune stört Ruhe von Nachbarn
von Otto99 | #2

#1

Im Prinzip haben Sie recht, aber das Ehepaar hat auch ein paar überzeugende Argumente.
Nicht alles hat Tradition, vor allem nicht Lederhosen in Wengern. Und Krach am frühen Morgen muß auch nicht sein. Die Leute, die feiern, müssen halt leise ihr Bier trinken und gut ist.

05.10.2012
01:07
Festlaune stört Ruhe von Nachbarn
von helmutjacob | #1

Das waren noch Zeiten, als die Menschen ihren Verstand anknipsten, sich in ihrer Wohnung umschauten und sahen: Die Wohnung hat ja Fenster! Fortan haben sie immer dann, wenn vor Ihrer Wohnung Krach war, diese Fenster geschlossen. Und - oh Wunder!: Schon hörten sie den Straßenlärm nicht. Heute sind die Menschen nicht mehr so klug. Sie reißen die Fenster rund um die Uhr auf. Und wehe! Irgendjemand macht krach von diesem Fenster.Schon werden sie zu Hyänen, jaulen durch die Gegend: Hier ist Krach! Das darf nicht sein! So verkommt ein Dorf, in dem die Menschlichkeit noch stimmt, zu einem Friedhof. Die Kläger haben sich nicht mit Ruhm bekleckert. Sie sind Vernichter einer sozialen Struktur. Doch reicht ihr Verstand nicht aus, zu erkennen, dass sie sich selbst treffen; - sie schmissen einen Bumerang, der sie eines Tages selbst einsam werden lässt, weil niemand mehr Freund solcher Querulanten und sozial asozialen Mitmenschen sein möchte. Freuen wir uns über jeden Krach im Dorfkern Wengern!

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