Fehler im Stolperstein für Sally Grünewald

Beim Stolperstein für Sally Grünewald in Köln fehlt das „E“.
Beim Stolperstein für Sally Grünewald in Köln fehlt das „E“.
Foto: Willi Creutzenberg
Was wir bereits wissen
In Kölner Pflaster fehlt für Sally Grünewald, NS-Opfer aus Herdecke, ein Buchstabe. Der Künstler will das ändern.

Herdecke..  War es nun Sally Grünewald, der von den Nazis deportiert und ermordet wurde, oder war es Sally Grünwald? Für Leser Klaus Fähser stellte sich diese Frage jetzt nach der Betrachtung der Zeitungsseite über die Herdecker Juden. Im Text war immer von Sally Grünewald als einem der Opfer die Rede. Auf dem Stolperstein aber stand Sally Grünwald.

Stimmt, bestätigt Willi Creutzenberg. Er hat sich in den vergangenen Monaten und Jahren intensiv mit den Lebenswegen von Juden beschäftigt, die in Herdecke gelebt und dann deportiert und ermordet wurden. Das Foto, das auf der Zeitungsseite zu sehen war, ist in Köln entstanden. Hier haben die Eheleute Grünewald 1941 vor ihrer Verschleppung nach Riga gewohnt. Zwei Steine sind vor dem Haus, in dem sie lebten, ins Pflaster eingefügt, eine für Paula Grünewald, und daneben einer für Sally Grünwald.

Der falsch beschriftete Stolperstein ist auch Eva Lee aufgefallen. Im November war sie mit ihrem Ehemann auf Einladung von Heimatverein und Stadt nach Herdecke gekommen. Sie ist eine geborene Fischbach, so wie Paula Grünewald. Aus den USA waren die Lees angereist, um bei der Enthüllung der Tafel für die Herdecker Opfer des Holocaust dabei zu sein. Auch der Name von Eva Lees Tante Paula ist hier verzeichnet.

In einer bewegenden Feierstunde erinnerte Eva Lee an ihre Familie und wie sie in großen Teilen ausgelöscht wurde. Ihr eigener Vater emigrierte 1938 nach USA, ihren insgesamt drei Tanten war dieses Glück nicht vergönnt. Ihre Spuren verlieren sich im Warschauer Ghetto, in Auschwitz und bei Paula in Riga. Und auch Eva Lees Cousin Heinz, in Herdecke geboren, wurde mit den Folgen der Lagerhaft nicht fertig, obwohl er das Dritte Reich überlebte. Im Februar 1954 beging er Selbstmord im East River in New York.

Den Besuch in Deutschland hat Eva Lee auch für einen Abstecher nach Köln genutzt. So hat sie gesehen, dass beim Namen ihres Onkels ein Buchstaben fehlt. Gunter Demnig, der europaweit Stolpersteine einlässt, hat im Gespräch mit der Redaktion kurzfristig eine Korrektur angekündigt. Dann sehen die Namen in Köln wie in Herdecke aus: Im Pflaster der Hauptstraße wird an Paula Grünewald, erinnert, an Sally Grünewald - und an ihren Sohn Heinz, dem die Flucht über England kein Lebensglück gebracht hat.