FDP sieht Wichtigeres als die Treppe

Herdecke..  Die Diskussion um die stillgelegte Treppe am Herdecker Bahnhof reißt nicht ab. Auch die Freien Demokraten zeigen Verständnis für die Bürger, die die Treppe nutzen möchten. „Der Wunsch nach Sanierung der Treppe ist aus Sicht der betroffenen Bürger durchaus verständlich. Gerne würden wir uns von der FDP dafür einsetzen, dass auch in Zukunft eine Nutzung weiter möglich ist. Dies ist jedoch in Anbetracht unserer aktuellen Haushaltslage und der Verpflichtung, bis 2021 einen ausgeglichenen Haushalt darstellen zu müssen, leider nicht möglich“, heißt es in einer Stellungnahme. Der Rat habe bereits für dieses Jahr eine Erhöhung der Grundsteuer beschlossen. Eine der wenigen Steuern, die Gemeinden in Eigenverantwortung festsetzen können. „Die FDP wollte die Erhöhung erst ab 2016. Ohne eine Erhöhung sehen aber auch wir keine Chance zum Haushaltsausgleich.“

Bisher könnten in Herdecke „freiwillige Leistungen“ wie beispielsweise Musikschule, Bücherei, Volkshochschule, Freibad angeboten werden. Doch, so die Einschränkung der Partei: „Ob das auch in Zukunft in allen Bereichen möglich ist, kann heute noch keiner verbindlich zusagen. Im Vordergrund muss also stehen, dass der verbleibende finanzielle Gestaltungsspielraum ein möglichst breites Spektrum abdeckt und die Angebote einem möglichst breiten Publikum zu Gute kommen.“

Weil die Treppe einen Zeitgewinn von wenigen Minuten für einen begrenzten Nutzerkreis bedeute, sieht die FDP die Treppe als eher verzichtbar an. Auch dann, wenn die Sanierung anstelle von 500 000 Euro laut Kostenschätzung der Verwaltung „nur“ 250 000 Euro kosten sollte, wie vom pensionierten Herdecker Bauunternehmer Klaus Korge berechnet.