Fakten zu den Flüchtlingen in Wetter

Aufmerksame Zuhörer: Von der Grundschule am Schmandbruch (unser Bild)  ist die städtische Flüchtlingsunterkunft am Ochsenkamp nicht weit. Daher hat die Stadt Wetter hier den ersten Aufschlag für ihre Info-Reihe gemacht.
Aufmerksame Zuhörer: Von der Grundschule am Schmandbruch (unser Bild) ist die städtische Flüchtlingsunterkunft am Ochsenkamp nicht weit. Daher hat die Stadt Wetter hier den ersten Aufschlag für ihre Info-Reihe gemacht.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Die Stadtverwaltung in Wetter hat ihre Bürger zu einer ersten Info-Veranstaltung über die Integration der Flüchtlinge eingeladen. Das Interesse war groß - sogar von außerhalb.

Schmandbruch..  Es gibt in Wetter derzeit rund 500 Flüchtlinge und eine Verwaltung, die sich um deren Aufnahme kräftig bemüht. Es gibt zahlreiche Bürger, die sie dabei einsatzfreudig unterstützen. Und es gibt offensichtlich Interesse auch außerhalb von Wetter an den Bemühungen in der Stadt, die Flüchtlinge willkommen zu heißen. So die Bilanz des ersten Info­abends, zu dem die Stadt die Bürger eingeladen hat. Drei weitere sollen folgen.

Hilfe für aktuell 500 Zugewanderte

Über 50 Gäste haben in der Grundschule am Schmandbruch Platz genommen. Vor Kopf sitzen der Bürgermeister, die Fachbereichsleiterin fürs Soziale, der Fachbereichsleiter für Schule, der Spezialist für die Flüchtlingsbetreuung – und Wetters Polizeichef Uwe Mertens. Der Bürgermeister und Sören Noll berichten, wie die Flüchtlinge der Stadt zugewiesen werden und welche Aufgaben die Verwaltung zu erfüllen hat. Um Versorgung und Unterbringung geht es dabei. Falsch, kommt aus der Zuhörerschaft: „Ihre Aufgabe ist es, dem eigenen Volk zu dienen.“

Gefragt wird, wie sich die 500 Zugewanderte einzelnen Herkunftsländern zuordnen lassen. Und Marius Klein, für eine Wahlperiode Ratsmitglied für die NPD, will wissen, was die Stadt für die Betreuung der Flüchtlinge aufwenden muss. Beide Antworten bleibt die Verwaltung schuldig. Ihm käme es vor, als würden die Infos unter einem „Deckmantel“ gehalten, kommentiert das ein anderer Wetteraner.

Ein Nachbar der Unterkunft am Ochsenkamp zeigt sein Unverständnis, dass immer wieder die Türen aufstehen. Das ist doch Energievergeudung! Wir steuern gegen, sagt eine Patin, die sich regelmäßig um die Flüchtlinge in dem Haus kümmert. Ein Vater fürchtet ein wenig um die Sicherheit seiner Tochter. Unbegründet, kommt zurück. Immerhin hat Polizist Mertens sein Thema erfreulich schnell abhandeln können: „Wir sehen hier überhaupt keine Probleme“, sagt er. 15 Einsätze gab es im ganzen letzten Jahr, Streiterein, Ruhestörung, ein Mal eine Körperverletzung.

Angebot wird weiter ausgebaut

Die Stadt will künftig bei den größeren Unterkünften eine Sicherheitsfirma mit ins Boot nehmen, kündigt Fachbereichsleiterin Margot Wiese an. Als Signal an die Bürger, die mehr Sicherheit wünschen, und an die Bewohner, die sich auch sicherer fühlen könnten. Viele Angebote werden gut angenommen, zum Café Miteinander am Schmandbruch soll es bald auch in Wengern Gelegenheit zur Begegnung von Flüchtlingen und Bürgern geben. Wer helfen will, kann ein Anmeldeformular ausfüllen.

Immer wieder gibt es Fragen, die auf die bundesdeutsche Flüchtlingspolitik insgesamt zielen. Sie kommen von einem Herrn, der sich selbst als Mitglied des Kreistages in Gütersloh vorstellt. Es handelt sich um Udo Hemmelgarn, den Kreisvorsitzenden der AfD in Gütersloh. Mit ein paar Gefährten hat er den Weg ins Schulfoyer gefunden. „Welcher Partei gehört hier der Bürgermeister an?“, hat einer auf dem Weg zur Veranstaltung gefragt. SPD ist die richtige Antwort. Und so hat der Bürgermeister auch eine Meinung zur Flüchtlingspolitik, und er bietet auch an, sie mit den kritischen Fragestellern zu diskutieren. Nach den lokalen Themen. Aber als die abgearbeitet sind, haben die Gäste von außerhalb die Veranstaltung verlassen, und auch der Versuch einer Zuhörerin, sie vom Gehen abzuhalten, bleibt vergeblich.