Evangelische Kirche öffnet bald Gemeindehaus in Herdecke

Die evangelische Kirchengemeinde will am 25. Januar 2015 ihr neues Gemeindehaus gegenüber der Stiftskirche in Herdecke einweihen
Die evangelische Kirchengemeinde will am 25. Januar 2015 ihr neues Gemeindehaus gegenüber der Stiftskirche in Herdecke einweihen
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Farbig und gemütlich: Am 25. Januar weiht die evangelische Kirchengemeinde Herdecke ihr neues Gemeindehaus gegenüber der Stiftskirche ein.

Herdecke..  Farbenfroh, gemütlich modern: Das neue Gemeindehaus der evangelischen Kirche in Herdecke ist fast fertig. Am 25. Januar sollen sich alle Interessierten nach dem Gottesdienst einen Eindruck vom umgebauten Pfarrhaus verschaffen können. Dann werden erstmals auch die praktischen Vorzüge zur Geltung kommen, liegt doch der Haupteingang keine zehn Meter direkt gegenüber von der Treppe zur Stiftskirche St. Marien.

Zur räumlichen Einheit der theologischen und organisatorischen Heimat oberhalb der Fußgängerzone passt auch das identische Mauerwerk. Daher wollten Gemeindeverantwortliche und Architekt Holger Fricke, der die Bauleitung im Auftrag des Büros Sommer inne hat, auch die Außenfassade des um 1860 gebauten Pfarrhauses am Kirchplatz durch einen gläsernen Wintergarten zur Geltung kommen lassen. „Wir haben den Sandstein gereinigt, den vorigen Eingang etwas versetzt und wie in der Kirche zwei rote Bögen an der Vorderwand installiert, die auch eine tragende Funktion haben“, erklärt Fricke. Mit Pfarrer Christoph Gerdom geht es dann auf zu einem Rundgang durch das Gemeindehaus, in dem ebenerdig viele Umbauarbeiten notwendig waren.

Erdgeschoss

Das 35 Quadratmeter große Foyer im Wintergarten, das an der Längsseite noch eine Küchenzeile erhalten wird und in dem bald Tische mit Stühlen stehen werden, soll direkt einladend auf die Besucher wirken. Die gelangen durch die Eingangstür oder direkt durch einen Fensterdurchgang in den Saal. Zwei tragende Säulen stehen dort in der Mitte der knapp 80 Quadratmeter und übernehmen die statische Funktion der herausgerissenen Wände. Der blau gestrichene Erker deutet es an: Kräftige Farben, die Andreas Edgar Busch vorschlug, durchziehen das gesamte Haus. „Mit einem Blick soll man aber nicht mehr als zwei Farben sehen können“, so der Hagener Designer. Im barrierefreien Erdgeschoss fällt noch das intensive Rot am Aufzug (Kabinenmaß 1,20 x 1,60 Meter) und vor den Behindertentoiletten auf. Sonniges Gelb dominiert im Treppenhaus, neue Holzstufen führen nach oben und unten.

Obergeschoss

Grün gehalten ist ein Gruppenraum neben der Treppe. Daneben werten gelbe Wände das Gemeindeamtsbüro auf, durch das man auch zum Büro von Pfarrerin Erteld gelangt.

Dachgeschoss

Wegen des schönen Fachwerk-Charakters wird die oberste Etage, die bislang als Abstellfläche vorgesehen war, womöglich als weiterer Gruppen- oder Aufenthaltsraum genutzt.

Keller

Die besondere Atmosphäre in dem alten Gemäuer fällt speziell im Untergeschoss, in dem es Technik- und Abstellräume sowie einen Lieferanteneingang zur Fußgängerzone gibt, auf. So befinden sich sowohl in der Frauen- als auch Männertoilette jeweils ein Erker.

Fazit

Eigentlich hätte der Umbau, für den ein Festpreis von einer Million Euro vereinbart worden war, schon 2014 abgeschlossen sein sollen. „Doch in einem alten Wohnhaus ist viel zu berücksichtigen“, so Fricke: Statik, Brandschutz, Auflagen als Versammlungsstätte und baulicher Aufwand (im Erdgeschoss wurde aus vier Räumen einer) hätten zur Verzögerung geführt. Das Ergebnis könne sich aber sehen lassen.

„Wir haben bisher fast nur positive Resonanz erhalten“, so Pfarrer Gerdom, der mit den Gemeindehelfern nun in den Endspurt mit Einrichten und Einräumen geht. „In der Überbrückungszeit haben uns von der katholischen Kirche bis hin zur Stadt viele dankenswerterweise unterstützt. Und von den Spendengeldern, von denen wir weitere gebrauchen könnten, hat sowohl das Gemeindehaus als auch unser Kindergarten profitiert.“