Evangelische Gemeinden rücken zusammen

Martin Treichel hat seinen neuen Dienst als Männerpfarrer beim Institut für Kirche und Gesellschaft in Villigst schon angetreten.  Von Heike Rienermann gab´s zum Abschied Blumen und ein dickes Dankeschön.
Martin Treichel hat seinen neuen Dienst als Männerpfarrer beim Institut für Kirche und Gesellschaft in Villigst schon angetreten. Von Heike Rienermann gab´s zum Abschied Blumen und ein dickes Dankeschön.
Foto: Nicole Schneidmüller-Gaiser
Was wir bereits wissen
Bei der Kreissynode Hattingen-Witten haben die Teilnehmer beschlossen, künftig enger zusammenzurücken. Der Grund: Pfarrer müssen mehr Gläubige betreuen, auch wenn es weniger Kirchenmitglieder gibt.

Wengern/Witten/Hattingen..  Die Zahl der Protestanten sinkt, wenn auch laut Kirchenkreis nicht so massiv wie andernorts. Seit 2010 hat Hattingen-Witten (dazu gehört auch die evangelische Kirche Wengern) knapp 3500 Mitglieder verloren, rund 1000 im letzten Jahr. Eine Folge des Rückgangs auf noch knapp 68 600 Mitglieder: Die Zahl der Pfarrstellen, die sich an der Größe der Gemeinden orientiert, geht weiter zurück. Für eine Pfarrstelle werden künftig 2900 Gemeindeglieder zugrunde gelegt – bisher versorgte ein Pfarrer 2700 Leute. Hauptamtliche Theologen sollen in Kooperationsräumen von in der Regel drei Gemeinden zusammenarbeiten und mit den Hauptamtlichen anderer Berufsgruppen Teams bilden. Für je 8000 Mitglieder kann künftig eine volle Gemeindepädagogenstelle besetzt werden. Dies gilt als Verstärkung der nicht-theologischen Hauptamtlichen, bisher kam auf vier Pfarrstellen ein Pädagoge.

Schwerpunkt Personalentwicklung

Auf der Synode präsentierte der Wittener Pfarrer Jürgen Krüger einen Bericht, der die kommenden zehn Jahre in den Blick nimmt und einen Schwerpunkt bei der Personalentwicklung setzt. „Es ist unser Auftrag, auch in Zukunft möglichst viele Menschen für ein Leben im Glauben und in der Gemeinde zu gewinnen“, war sich die Synode einig. Dies soll auch mit weniger Pfarrern noch möglich sein. Dabei wird die Gewinnung und Qualifizierung Ehrenamtlicher künftig eine noch größere Rolle spielen. Ehrenamtliche könnten viel mehr, als Küsterdienste zu übernehmen oder beim Gemeindefest Kuchen zu backen.

Ein weiteres wichtiges Thema der Sommersynode war eine neue Kita-Satzung. Der Kirchenkreis hat 24 Kindergärten. Die Satzung des 2007 gegründeten Trägerverbundes wurde nach acht Jahren überarbeitet und reformiert. Der ehemalige Pfarrer aus Wengern, Martin Treichel, hat daran mitgewirkt. So soll dem Trägerverbund mehr Spielraum gegeben werden, wenn es um Personal-, Bau- und Finanzangelegenheiten geht. Eine zweiköpfige Geschäftsführung, zu der neben einem Theologen möglichst auch ein Kaufmann gehören soll, kann darüber hinaus im Einvernehmen mit der Gemeinde auch über den Rückbau oder den Aufbau von Standorten entscheiden.

Ebenfalls neu: Unter bestimmten Voraussetzungen können auch Kitas aus anderen Kirchenkreisen dem Verbund beitreten. Und: Für alle Kita-Gebäude wurde ein Muster-Nutzungsvertrag verabschiedet. Ab 2017 muss für jedes Gebäude eine „Substanzerhaltungsrücklage“ gebildet werden, die mindestens 20 Prozent des aktuellen Feuerkassenwertes beträgt. Kirchensteuer-Mehreinnahmen sollen zum Aufbau eines Finanzsockels beitragen.