Europa vor der Haustür hören, schmecken und fühlen

Am Samstag traten Kinder der Bergschule und St.Rafael-Grundschule gemeinsam auf.
Am Samstag traten Kinder der Bergschule und St.Rafael-Grundschule gemeinsam auf.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Vier Tage lang drehte sich in Wetter alles um Europa: Es gab Kunst, Kultur, Kulinarisches und auch ein wenig Politik. Die Veranstalter ziehen ein durchwachsenes Fazit.

Wetter..  Europa, das ist nicht nur die Europäische Kommission in Brüssel oder das Parlament in Straßburg. Europa, das passiert auch jeden Tag in einer Kleinstadt wie Wetter. Nämlich immer dann, wenn sich Menschen unterschiedlichster Nationen einfach als Europäer begegnen. Wenn sie miteinander in den Dialog treten, einander verstehen wollen, anstatt sich abzugrenzen.

Mit der vergangenen Europa-Woche wollte der Verein Art-EN-reich der Ruhrstadt zeigen, wie real Europa mittlerweile vor der eigenen Haustür geworden ist. Eine halbe Woche sollten die Bürger während der Veranstaltung „Europawetter“ das europäische Miteinander erfahren, Europa hören, schmecken und fühlen.

Besucher fehlten zeitweise

Am Ende lautet das Fazit: „Wir gehen mit gemischten Gefühlen hier raus. Vieles ist gut gelaufen, manches weniger“, sagt Veranstalter Friedhelm Langer. Mehr Besucher hätten es in jedem Fall sein können; das sehen Langer und sein Kollege Wolfgang Wehmeier ähnlich.

„Am Samstag hat uns das Wetter dazwischen gehauen, aber damit muss man bei Open Air leben. Bei der Podiumsdiskussion am Donnerstag hatten wir super Referenten, aber leider auch wenig Publikum“, resümiert Langer. Er glaubt, dass auch die „große Politik“ es jahrzehntelang versäumt hat, die Menschen beim Projekt Europa mitzunehmen. „Europa ist für viele immer noch etwas sehr Abstraktes. Unser Anliegen war es, daran etwas zu ändern.“

Am Donnerstag sprachen unter anderem Politiker Dietmar Köster (SPD), Vertreter von Kirchen und Bürger mit Migrationshintergrund über Europa, Musiker brachten tagelang die Sounds sämtlicher Länder auf die Bühne, und der kulinarische Markt lockte die Besucher etwa nach Polen, Frankreich oder China. „Das ist ein tolles und abwechslungsreiches Fest. Die Organisatoren stehen mit Herzblut dahinter, das Wetter war größtenteils super, und trotzdem kommen so wenig Besucher. Das ist der Fluch von Alt-Wetter“, glaubt Alexander Müller vom Stand der Hobbyimkerei.

2000 Euro vom Land

Nicht alles in der Vorbereitung von Langer und Wehmeier lief zudem reibungslos: „Wir konnten nicht vor März anfangen zu planen, weil erst dann feststand, ob wir die Förderung vom Land bekommen“, sagt Wehmeier. Der Verein Art-EN-reich hatte sich mit Europawetter bei einem landesweiten Wettbewerb beworben, schließlich die Höchstprämie von 2000 Euro gewonnen. Gereicht hätte allein das aber nicht einmal annähernd. „Ohne unsere Sponsoren wäre das Fest nicht möglich gewesen“, so Wehmeier und meint unter anderem die Sparkasse, Dörken, Lions und Rotarier, AVU sowie das Stadtmarketing und die Werbegemeinschaft.

Ein Highlight des Europawetters sei für ihn und Kollege Langer das Kinderprogramm am Samstag inklusive Kohlenlauf gewesen. Auch die kulinarischen Köstlichkeiten seien sehr gut angekommen, besonders der vor Ort frisch gemachte Flammkuchen.

Friedensbotschaft am Sonntag

Zum Abschluss am Sonntag dann sprach Pfarrer Karsten Malz eine Friedensbotschaft; an dem Tag, an dem Europa genau seit 70 Jahren und zwei Tagen in Frieden lebt. Er erinnerte an ein Kinderlied, das davon erzählt, dass viele kleine Leute an vielen kleinen Orten viele kleine Dinge tun, die das Gesicht der Welt verändern können. Eben auch in einer Kleinstadt wie Wetter.