Étienne Krimmel beim Finale bei „Jugend debattiert“ dabei

Der 18-jährige Étienne Krimmel (Abiturient am Geschwister-Scholl-Gymnasium in Wetter) hat beim Wettbewerb „Jugend debattiert" das Bundesfinale in Berlin erreicht
Der 18-jährige Étienne Krimmel (Abiturient am Geschwister-Scholl-Gymnasium in Wetter) hat beim Wettbewerb „Jugend debattiert" das Bundesfinale in Berlin erreicht
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Étienne Krimmel vom Geschwister-Scholl-Gymnasium diskutiert gern und hat sich für das Bundesfinale von „Jugend debattiert“ qualifiziert. „Gut Wort“ dafür...

Wetter..  Abitur mit 1,0 bestanden, nun ein fünftägiges Rhetorik-Trainingslager auf Burg Rothenfels am Main, dann am 26. und 27. Juni die Teilnahme am Bundesfinale von „Jugend debattiert“: Es könnte schlechter laufen für Étienne Krimmel. Der 18-Jährige vom Geschwister-Scholl-Gymnasium (GSG) gehört zu den 32 Schülern der Sekundarstufe II, die sich nach Siegen auf Landesebene am Monatsende im Argumentations-Wettbewerb in Berlin messen.

„Die Teilnahme war von Beginn an mein Ziel, was jetzt dazukommt ist ein Bonus“, sagt Étienne Krimmel und will keine großen Erwartungen schüren, dass er am 26. Juni die Qualifikation übersteht und dann tags darauf mit drei anderen vor dem Bundespräsidenten (Joachim Gauck ist Schirmherr von „Jugend debattiert“) um den Gesamtsieg mitmischt. „Wir sind stolz, dass Étienne das erreicht hat“, nimmt auch Schulleiterin Ursula Zimmer den Druck. Dazu lobt Lehrer Sebastian Berg, der am GSG und darüber hinaus auf Landesebene der Koordinator für „Jugend debattiert“ ist, die rhetorischen und kommunikativen Fähigkeiten des Abiturienten. „Er kann über komplexe Themen speziell mit moralischen Aspekten kontrovers diskutieren, er hat einen guten Überblick und im Laufe der Jahre an Erfahrung sowie Tiefe gewonnen.“

Das Debattieren ist in Wetter fest in den Unterricht integriert, immer wieder schneiden Schüler bei Wettbewerben gut ab. Seit der 9. Klasse und Erfolgen im GSG weiß auch Étienne Krimmel, dass er Talent in Diskussionsrunden hat. Auch in Berlin kommt es darauf an, dass er eine Jury in Sachen Gesprächsfähigkeit, Ausdrucksvermögen, Überzeugungskraft und Sachkenntnis überzeugt.

Eher mit- als gegeneinander

Laut Deutsch- und Philosophie-Lehrer Berg stehe bei „Jugend debattiert“ trotz des Ehrgeizes nicht allein der Wettbewerb, sondern auch jetzt auf diesem hohen Niveau das Miteinander im Vordergrund. „Es geht um die Erörterung und wie sich ein Thema entfalten kann, man sollte den eigenen Standpunkt nicht übermäßig betonen“, ergänzt der 18-Jährige, der aufgrund seines Könnens fast schon logischerweise in der Schulvertretung aktiv war.

Grundsätzlich sei die Vorbereitung sehr wichtig, um gut präpariert beim Austausch der Argumente reagieren zu können. Auf drei Themen können sich die Teilnehmer zehn Tage vor dem Finale in Berlin einstellen. Allerdings wissen sie nicht, welchen Standpunkt (pro oder contra) sie zu vertreten haben. „Ich mache mir im Gespräch immer Stichpunkte, so habe ich mich etwa mal nach einem Blackout in einem Regionalfinale wieder gefangen“, so Krimmel. Sein Erfolgsrezept: Die Pausen, in denen er nicht redet, gut nutzen, zuhören, mitschreiben, Argumentationslücken entdecken und dann keine Monologe halten.

Eine gewisse Anspannung vor dem Aufeinandertreffen fördere die Konzentration für die drei Abschnitte einer Debatte. Nach der Eröffnungsrede haben die Teilnehmer im Hauptteil zwölf Minuten Zeit in der offenen Diskussion, ehe jeder am Schluss noch eine Minute lang ein Fazit ziehen kann. „Man darf zwar vom Standpunkt abweichen, empfehlenswert ist das aber nicht.“

Wobei die Kunst des Debattierens dem 18-Jährigen auch im normalen Leben helfe: „Vor Leuten zu reden, macht mir nichts aus.“ Eine Eigenschaft, die ihm voraussichtlich auch ab Herbst im Studium (Wirtschaftsmathematik) in Dortmund helfen wird.

Viele spannende Erfahrungen

Der Austausch von Argumenten mache ihm nach wie vor Spaß. Zumal sein erfolgreiches Abschneiden weitere Vorteile mit sich bringt: „Ich komme ganz gut ’rum und habe neue Leute kennen gelernt, mir geht es nicht um Gratisessen.“ Dementsprechend könnte man Étienne Krimmel, wenn auch rhetorisch nicht ganz ausgefeilt, „gut Wort“ für das Finale wünschen.