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ESV entschuldigt sich - Opfer wollen mehr

17.06.2009 | 17:17 Uhr

Die Evangelische Stiftung Volmarstein entschuldigt sich bei den ehemaligen Heimkindern des Johanna-Helenen-Heims „mit tiefem Bedauern und großer Betroffenheit” für das in der unmittelbaren Nachkriegszeit zugefügte Unrecht. Der Freien Arbeitsgruppe Johanna-Helenen-Heim, die sich vor drei Jahren gegrü

Im Juni 2006 hatte die ESV noch unter ihrem mittlerweile verstorbenen Vorstand Ernst Springer eine erste „Volmarsteiner Erklärung” zu Misshandlungen in dem damaligen Heim veröffentlicht. Nachher wurden zwei Historiker beauftragt, die Verhältnisse in der Einrichtung für körperbehinderte Kinder genauer zu erforschen. Im März wurden die Ergebnisse vorgestellt, die noch als Buch erscheinen sollen. Schilderungen der früheren Heimkinder haben schon jetzt die Stiftungsgremien zutiefst bewegt, so die Stiftung in einer Presseerklärung.

Menschenwürde

blieb außer acht

Das pädagogische Konzept der damaligen Mitarbeiter „sah Bestrafung in übelster Weise vor und ließ die Würde und Achtung vor dem Mitmenschen völlig außer acht”, heißt es in einem Brief, der an die Opfer versandt worden ist. Auch die damalige Leitung habe Fehler gemacht.

Die Freie Arbeitsgruppe begrüßt zwar die jüngste Erklärung der ESV. Zu einer „wirksamen Entschuldigung” werde sie aber erst, „wenn den Worten Taten der Wiedergutmachung folgen”, so Pressesprecher Klaus Dickneite, Pressesprecher der Arbeitsgruppe. Verweise auf den „Runden Tisch Heimkinder” in der Bundeshauptstadt reichten beim Thema Wiedergutmachungszahlungen nicht aus.

Noch in einem anderen Punkt ist die Arbeitsgruppe nicht zufrieden. Sie besteht weiter auf einer „Entschuldigung für die Beleidigungen, Ehrverletzungen und Unwahrheiten der ESV” in den öffentlichen Erklärungen zu Beginn der Aufarbeitung 2006.

Klaus Görzel

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