Es bleibt bei der Sanierung des Schrabergbades

So sah es im Februar im Schrabergbad aus.
So sah es im Februar im Schrabergbad aus.
Foto: WP
Politiker wollen die „Reißleine“ nicht ziehen, obwohl sich Sanierung um mehr als ein Drittel auf rund 1,2 Millionen Euro verteuert.

Herdecke..  SPD-Fraktionssprecherin Nadja Büteführ fühlte sich an ein „Überfallkommando“ erinnert, wie die städtische Bauunterhaltung kürzlich im Schulausschuss die immense Verteuerung bei der Sanierung des Schrabergbades mitgeteilt und nun um eine schnelle Entscheidung gebeten hat. Zur Hauptausschusssitzung lagen den Politikern jetzt alle Zahlen in Papierform und nicht nur als überraschende Präsentation auf der Leinwand vor: 1,2 Millionen Euro soll die Badsanierung nach den neuesten Kalkulationen kosten, 315 000 Euro mehr als zunächst veranschlagt.

Bürgermeisterin Katja Strauss-Köster sprach angesichts der Teuerung „von Zahlen, bei denen man Schnappatmung“ bekommt. Viel früher habe sie die Zahlen nicht weiter geben können, weil sie ihr selbst nicht vorgelegen hätten. Viel früher hätte es diese Zahlen auch noch gar nicht gegeben, so Claudia Schulte von der städtischen Bauunterhaltung. Sie selbst sei „nicht glücklich“ über den Ablauf: „So ist uns noch nichts aus dem Ruder gelaufen“, erklärte sie jetzt im Hauptausschuss. Insbesondere im Bereich der Haus- und Schwimmbadtechnik müsse deutlich mehr Geld in die Hand genommen werden.

Gravierende Kostenfehlschätzung

Andreas Disselnkötter von den Grünen hätte sich eine frühere Unterrichtung der Politiker schon deshalb gewünscht, „um möglicherweise noch die Reißleine ziehen zu können.“ Und war wie andere Ausschussmitglieder verblüfft, dass es für eine solche Umkehr noch nicht zu spät sein sollte. „Man kann sich auch jetzt noch entscheiden“, so Claudia Schulte, „die Reißleine kann noch gezogen werden.“"

Um keine teuren Fakten zu schaffen, seien alle Maßnahmen auf Eis gelegt worden, so Claudia Schulte. Einzig die Dachsanierung des Bades sei auf den Weg gebracht worden. Die Politiker könnten aber auch weiterhin entscheiden, ob sie einen Totalabbruch des maroden Bades wünschen oder „die sanierte Hülle einer anderen Nutzung zuführen“ wollen. Oder eben doch die Sanierung vorziehen, selbst wenn die Kosten laut Kalkulation jetzt um mehr als ein Drittel gestiegen sind.

Kritik an dem Informationsverfahren der Verwaltung war für Jochen Plaßmann (FDP) „der kleinste Punkt“. Gravierender war für ihn die „Kostenfehlschätzung“ der Fachverwaltung. Und einen echten Entscheidungsspielraum mit einer möglichen Rücknahme der Sanierungsentscheidung konnte er auch nicht sehen: „Ich fürchte, dass es zu spät ist, um noch einmal die Reißleine zu ziehen“. Ähnlich sah es auch Andreas Disselnkötter: „Wir haben doch gar keine andere Möglichkeit als die Fortführung, alle erwarten das.“

Rohleder für „Augen zu und durch“

Auch die Bürgermeisterin zeigte sich überzeugt, „dass die Kinder das Schwimmbecken brauchen“. Für sie stellt das Schwimmen eine unverzichtbare Ausbildung für die Kinder dar. Und Gisbert Holthey (CDU) erinnerte daran, dass es früher einmal deutlich mehr Möglichkeiten in der Stadt gegeben habe, das lebenswichtige Schwimmen zu erlernen. Mit nur noch zwei Bädern, darunter das Hallenbad am Schraberg, sei nun sicherlich die Untergrenze erreicht. Daher war sein Fraktionschef Heinz Rohleder auch für „Augen zu und durch.“

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