Erinnerungssterne helfen beim Trauern

Wetter/Herdecke..  „Menschen mit geistiger Behinderung wird das Recht zu trauern oft abgesprochen“, so der Titel einer Fachtagung zum Thema „Inklusion und Trauerarbeit“ in der Uni Witten/Herdecke. Die Evangelische Stiftung Volmarstein wirkte als Kooperationspartner an der Ausrichtung der Veranstaltung mit. „Leider viel zu oft müssen wir erleben, dass Menschen sterben, die bei uns in Volmarstein zur Schule gehen, arbeiten oder wohnen“, so Pfarrer Jürgen Dittrich in seinem Grußwort. „Unsere Mitarbeitenden sind herausgefordert, gemeinsam mit den behinderten Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen dieser Trauer zu begegnen“. Gemeinsames Tun helfe im Trauerumgang. Rituale wie zum Beispiel Luftballons mit Trauergrüßen oder Erinnerungssterne an einer Trauerstele im Schulgarten der Oberlinschule schafften Raum, um traurig zu sein.

Neben Fachvorträgen gab es in Witten auch Kabarett und Musik. Ein wichtiger Austausch von 150 Experten aus der Region, an dem sich auch Mitarbeitende aus der ESV beteiligten. In seinem Vortrag „Zum Glück ist jedeR anders“ zeigte Pfarrer Rainer Schmidt, selbst eingeschränkt durch fehlende Unterarme, die Parallelen von Trauer und Inklusion auf. Die Unsicherheiten einer Gesellschaft, mit einer „besonderen“ Gruppe umzugehen, eine beide Themen. Kann ich Trauernde ansprechen? Wie soll ich sie ansprechen? Welche Themen sind tabu? Welche Behinderung hat mein Gegenüber? Dass der Mensch erst einmal nur das Offensichtliche sehe, findet Schmidt ziemlich normal, appellierte aber, die Menschen einfach mal direkt anzusprechen und zu fragen. Kein Kinderspiel, weiß Schmidt; denn „Inklusion meint die Kunst des Zusammenlebens von sehr verschiedenen Menschen“.

Klaudia König-Bullerjahrn, Lehrerin an der Oberlinschule, sprach sich schließlich dafür aus, auch Menschen mit schweren, mehrfachen Behinderungen über den Tod eines nahestehenden Menschen zu informieren.