Entlastungszeugen stiften Verwirrung

Wetter..  Im erbitterten Streit soll ein 40-Jähriger seiner künftigen Ex-Frau in Wetter einen brutalen Schlag versetzt haben. Jetzt begann sein Prozess wegen Körperverletzung vor dem Amtsgericht Wetter. Während er dort seine Unschuld beteuerte und das mutmaßliche Opfer das Gegenteil behauptete, verblüfften seine „Entlastungszeugen“ mit widersprüchlichen Aussagen.

Am Abend des 23. Juni kam es zwischen dem früheren Paar im Auto zu einer heftigen Auseinandersetzung. Am Ende, so zumindest der Vorwurf, schlug der 40-Jährige seiner Frau gegen das Ohr. Dabei soll die 41-Jährige eine Gehirnerschütterung erlitten haben – inklusive Schwindel, Übelkeit, Kopfschmerzen und Geräuschen im Ohr. Auch behauptet sie, dass die Polizeibeamten, bei denen sie wenig später Anzeige erstattete, Rötungen und Schwellungen gesehen hätten.

Der Angeklagte will davon nichts wissen. Tatsächlich hätten sie an dem Abend in seinem Auto gesessen, und es habe auch wieder Streit gegeben. Aber geschlagen habe er die Frau ganz gewiss nicht. Und dafür habe er auch Zeugen, die in diesem Moment auf der Rückbank gesessen hätten. Überhaupt wähnte er sich als Opfer „bösartiger Verleumdungen“ seiner Ex. Vermutlich habe die ihn sowieso nur wegen ihrer Aufenthaltsgenehmigung geheiratet, habe es auf seine Wohnung und Möbel abgesehen gehabt. Vermutlich wolle sie sich so auch eine bessere Position im Scheidungsverfahren verschaffen. Das mutmaßliche Opfer bestätigte den Vorwurf jedoch. „Ich komme niemals zurück“, habe sie ihm damals gesagt. „Da hat er mit der Faust zugeschlagen.“

Polizeibeamte sollen aussagen

Die beiden Zeugen, die der Angeklagte zu seiner Entlastung ins Feld führen wollte, sorgten dann für eine böse Überraschung, da sie sich nur in einem Punkt einig waren: Es habe keinen Schlag gegeben. Ansonsten säten sie eher Zweifel und widersprachen einander. Und, um die Verwirrung komplett zu machen, versicherte das mögliche Opfer nach diesen Aussagen, dass keiner von beiden mit im Auto gesessen habe. „Ich habe die im Leben noch nicht gesehen. Das ist alles gelogen, was hier erzählt wird.“

Mit Hilfe der Polizeibeamten, bei denen die 41-Jährige Anzeige erstattete, soll nun die Wahrheit ans Licht kommen. Immerhin sollen sie die Rötungen und Schwellungen im Gesicht der Frau gesehen haben. Das Verfahren wird Ende Februar mit ihrer Befragung fortgesetzt.