Engagement im Job und bei der Feuerwehr

Die Firma Dörken und die Herdecker Feuerwehr kooperieren seit mehr als einem Jahr erfolgreich. Von links: Kilian Otte (Dörken), Ute Herminghaus, Vorstand Dörken AG, André Janfrüchte (Dörken), Hans-Jörg Möller, Leiter der Feuerwehr, Darko Ilic (Dörken) und Bürgermeisterin Katja Strauß-Köster
Die Firma Dörken und die Herdecker Feuerwehr kooperieren seit mehr als einem Jahr erfolgreich. Von links: Kilian Otte (Dörken), Ute Herminghaus, Vorstand Dörken AG, André Janfrüchte (Dörken), Hans-Jörg Möller, Leiter der Feuerwehr, Darko Ilic (Dörken) und Bürgermeisterin Katja Strauß-Köster
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Dörken hat eine Vorbildrolle in Herdecke, wenn es um das Thema Feuerwehr geht. Zwölf neue Kräfte konnten aus der Mitarbeiterschaft schon für die Freiwillige Wehr gewonnen werden. Es sollen noch mehr werden.

Herdecke..  Der Brand am vergangenen Montag war quasi eine Steilvorlage: In einem Autozulieferbetrieb in Witten war heißes Öl ausgelaufen und die gesamte Halle hatte Feuer gefangen. Freiwillige Feuerwehrkräfte aus Herdecke wurde hinzugerufen, einer davon arbeitet bei Dörken. Kilian Otte gehört zu den zwölf Kollegen des Chemiebetriebes, die neu in die Feuerwehr Herdecke eingetreten sind. „Unsere Kooperation trägt Früchte“, sagt Bürgermeisterin Katja Strauß-Köster.

Junge Truppe

Vor gut anderthalb Jahren war man angetreten, die stark gelichteten Reihen der Freiwilligen Wehr wieder aufzufüllen. 78 Männer und Frauen zählte die Wehr damals, zu wenig, um vor allem am Tage die Sicherheit der Herdecker Bürger zu gewährleisten. In seiner jährlichen Einsatzbilanz hatte Wehrleiter Hans-Jörg Möller immer wieder darauf hingewiesen, dass Nachwuchs fehlt. 2013 war dann seine Aussage, dass es „zehn nach zwölf“ sei, Anlass für Stadt und Dörken AG, das Problem gemeinsam anzugehen. Mit Erfolg. Neben dem Dutzend neuer Kräfte von Dörken sind auch aus den Reihen der Stadtverwaltung Mitarbeiter in die Reihen der Feuerwehr gerückt. „Wir haben 17 neue Kräfte, damit kann ich zwei Fahrzeuge in den Einsatz schicken“, ist Feuerwehrchef Möller zufrieden. Die Hände will aber dennoch nicht in den Schoß legen. Denn auch wenn seine Truppe mit einem Durchschnittsalter von 33 Jahren sehr jung ist, „es melden sich immer mal wieder Kollegen ab, weil sie sich beruflich verändern oder die Familie mehr Zeit braucht.“ Einen zweiten Feuerwehrtag bei Dörken soll es darum geben und das Engagement des Unternehmens soll Vorbild für andere Betriebe sein. „Natürlich mussten wir unsere Arbeitsabläufe so organisieren, dass ein Kollege zum Einsatz rausfahren kann“, sagt Dörken-Vorstand Ute Herminghaus. „Doch die Bereitschaft im Kollegenkreis, dieses ehrenamtliche Engagement zu unterstützen, ist gewachsen.“

Kinderbetreuung in der Wache

Unterstützung haben – zumindest in den Reihen der Stadtverwaltung – auch Mitarbeiter angeboten, für die eine Karriere bei der Wehr nicht mehr in Frage kommt. „Ich habe eine Mitarbeiterin, die würde Brötchen schmieren oder Kinder betreuen“, sagt Katja Strauß-Köster. Und so vielleicht anderen ermöglichen, in den Reihen der Wehr in den Einsatz zu gehen. Eine Idee, die auch der Feuerwehrverband durchaus diskutiert. „Und wir hätten in der Wache sogar die Möglichkeit, Kinder zu betreuen“, sagt die Bürgermeisterin mit Blick auf den dort vorhandenen Jugendraum.

Beste Botschafter für den Dienst in der Freiwilligen Feuerwehr sind aber sicher die Neulinge, die sich von den Kameraden bestens aufgenommen fühlen. „Direkt, aber herzlich“, sagt Darko Ilic über die Atmosphäre. Und Kilian Otte und André Janfrüchte erzählen begeistert von den Übungen, bei denen mit Schere und Spreizer Autos zerschnitten werden. „Da bekommt das Kind im Manne seinen Platz.“