Einsicht nach Fahrt unter Drogeneinfluss

Herdecke..  Trotz „böser“ Erfahrungen mit der Justiz stellte ein 38-jähriger Bochumer sein Glück in Herdecke erneut auf die Probe. Ohne Führerschein, dafür jedoch unter Drogeneinfluss fuhr er der Polizei förmlich in die Arme. Der gefährliche „Ausflug“ hatte jetzt ein Nachspiel vor dem Amtsgericht Wetter.

Aufenthalte im Gefängnis

Die Drogensucht bestimmt das Leben des 38-Jährigen und brachte ihn bereits in der Vergangenheit immer wieder auf die schiefe Bahn. In seinem Strafregister befinden sich etliche Eintragungen, darunter auch Verkehrsdelikte. Mehrfach musste er Strafen im Gefängnis verbüßen; und jeder Versuch, der Abhängigkeit auf Dauer zu entkommen, schlug fehl.

Vielmehr ließ ihn der Konsum jede Vorsicht vergessen. Und in dieser Lage waren ihm auch die Folgen seines Handelns gleichgültig. Benebelt durch Heroin und Kokain, setzte er sich am frühen Morgen des 18. November hinter das Steuer, fuhr nach Herdecke und wurde in der Wetterstraße von der Polizei gestoppt. Schnell registrierten die Beamten, dass der Fahrer nicht nur keinen Führerschein besaß, sondern auch unter Drogeneinfluss stand.

Jetzt saß der 38-Jährige wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis in Wetter auf der Anklagebank, nachdem er gegen den Strafbefehl mit 110 Tagessätzen à 30 Euro Geldstrafe und einer einjährigen Sperrfrist zur Neuerteilung der Fahrerlaubnis Einspruch einlegt hatte. Leugnen wollte er seine Tat nicht. Vielmehr räumte er schnell ein: „Das war nicht schön, was ich da gemacht habe.“

Ihm gehe es nur um die Dauer der Sperrfrist. Mittlerweile habe er erneut eine Entgiftung gemacht und befinde sich nun in einer Rückfall-Behandlung. Wenn er danach versuchen wolle, den Führerschein zurück zu bekommen, werde das schon schwer genug, mit einer so langen Sperrfrist noch schwieriger. Zumal ihn demnächst noch ein ähnliches Verfahren in Bochum erwarte, bei dem er mit einer weiteren Sperre rechnen müsse.

Sperrfrist und Bedingungen

Richter Heinz-Dieter Beckmann musste ihm den Wind aus den Segeln nehmen. In dieser Situation verlange das Straßenverkehrsamt ohnehin erst einmal einen Beweis, dass er tatsächlich „clean“ sei – und das frühestens in drei Jahren. Derzeit sei das Ganze also aussichtslos. Was den noch anstehenden Prozess betreffe, so könne er dort aber mit der Bildung einer insgesamt günstigeren Gesamtstrafe und Gesamtsperrfrist rechnen, in die auch ein noch älteres Urteil einfließen werde.

Unter diesen Umständen akzeptierte der 38-Jährige sein „Schicksal“. Das Gericht reduzierte die Geldstrafe angesichts seiner Arbeitslosigkeit auf 110 Tagessätze à 15 Euro und verhängte mit Blick auf den Zeitablauf verbleibende neun Monate Sperrfrist.

Für seinen Versuch, künftig tatsächlich ein drogenfreies Leben zu führen, wünschte ihm Richter Beckmann viel Glück: „Toi, toi, toi!“