Eine Liebeserklärung an Grundschöttel

Besonders beliebt war der Unterricht in der Waldschule, wenn es im Sommer richtig heiß war, heißt es in dem Buch von Marianne Heyer zu diesem Foto, das der Heimatverein zur Verfügung stellte.
Besonders beliebt war der Unterricht in der Waldschule, wenn es im Sommer richtig heiß war, heißt es in dem Buch von Marianne Heyer zu diesem Foto, das der Heimatverein zur Verfügung stellte.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Aus über 600 Fotos, Texten, Geschichten und Anekdoten hat Marianne Heyer (75) das Fotobuch „Unsere schöne Heimat“ erstellt. Sehens- und lesenswert.

Grundschöttel..  „Es war mir ein großes Anliegen, dass die Geschichte Grundschöttels nicht verloren geht.“ Mit diesen Worten empfängt Mariannne Heyer die Leser ihres Fotobuchs „Unsere schöne Heimat“. Über Bilder und Texte gibt es einen imposanten Streifzug durch die Vergangenheit der Ortsteile Oberwengern, Grundschöttel, Loh, Schmandbruch und Enerke.

Sortiert nach Straßen, Höfen und Familien, lässt die Heimatkundige besonders durch viele kleine Geschichten und Anekdoten ein zusammenhängendes Bild von der Bauernschaft Grundschöttel und ihren Menschen entstehen. Heyer erinnert an die alte Schule in der Karl-Siepmann-Straße und an die im Sommer sehr beliebte Waldschule, an Albert Schött, der im Sommer mit dem Dreirad-Auto seine Kunden mit Lebensmitteln belieferte, und an den Dackel Molli, den alle Schulkinder kannten.

Fotos und Geschichten von Freunden

Drei Jahre lang – vom ersten Gedanken bis zur letzten Seite – ist viel Herzblut in das Buch geflossen. Marianne Heyer hat alte Fotos und historische Postkarten gesammelt und gesichtet, alte Zeitungen gelesen und Geschichten aufgeschrieben. „Viele Fotos sind von mir, aber auch von Freunden und Bekannten, denen ich sicherlich manchmal auf den Wecker gegangen bin. Ich habe selber etliche alte Zeitungen und weiß auch viel über meine Heimat. Und natürlich fangen die Menschen an, Geschichten zu erzählen, wenn sie einem Fotos geben. Die fremden Quellen habe ich immer erwähnt“, betont die 75-Jährige, „denn ich möchte mich nicht mit fremden Federn schmücken.“

Meist setzte sich die Grundschöttelerin ganz früh morgens an den Computer und gestaltete akribisch Seite um Seite. „Manchmal musste ich Seiten wieder verändern und Bilder verschieben, wenn neue dazu gekommen waren“, erinnert sie sich. Über 600 Fotos bzw. Postkarten und dazu passende, informative Bildzeilen und Texte platzierte Heyer schließlich auf den 154 Seiten des Fotobuchs. „Man findet darin Ecken, die man heute gar nicht mehr erkennen kann. So etwas ist ja nicht nur für die Alten interessant, die sich noch erinnern können, sondern besonders auch für die Jüngeren“, ist Marianne Heyer überzeugt. Und ergänzt: „Über Grundschöttel gab es so etwas bislang nicht, während Volmarstein und Wengern immer gut bedacht waren.“

Vor Weihnachten, so war das Ziel, sollte das heimatgeschichtliche Werk fertig werden. Und siehe da: Mit Marianne Heyer warteten schließlich viele weitere Grundschötteler auf die Fertigstellung: „Eigentlich sollte das Buch nur für mich sein, aber alle sind davon begeistert. Sie sind froh, dass es so etwas jetzt gibt, weil es nicht so wissenschaftlich ist.“

100 Exemplare sind bislang verkauft. 60 Stück gingen am Heiligen Abend weg. Heyer hatte sie persönlich bei der Post in Hagen abgeholt.