Eine blühende und duftende Oase

Liebt Rosen: Monika Sauerwald in ihrem Garten am Oberen Ahlenbergweg.
Liebt Rosen: Monika Sauerwald in ihrem Garten am Oberen Ahlenbergweg.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Es ist ein Genuss für alle Sinne, durch den Garten von Monika und Ludger Sauerwald zu streifen und dabei immer wieder Neues zu entdecken.

Herdecke..  Süße Düfte und summende Bienen, farbenprächtige Blüten und köstliche Beeren – es ist ein Genuss für alle Sinne, durch den Garten von Monika und Ludger Sauerwald zu streifen und dabei immer wieder Neues zu entdecken. Blumen und Sträucher aus fernen Ländern etwa, die die Herdecker in ihrem Zuhause am Oberen Ahlenbergweg heimisch gemacht haben.

Lauschige Sitzplätze laden zum Verweilen unter rankenden Weinreben oder am üppig umwachsenen Teich ein. Monika Sauerwald hegt und pflegt ihre Pflanzen, kennt Namen, Herkunft und Bedürfnisse. „Der Garten ist mein Hobby“, sagt sie. „Und ich bin der Gartenknecht“, ergänzt Ehemann Ludger Sauerwald lachend. Will heißen: Die schweren Arbeiten übernimmt der Hausherr. Was nicht ganz richtig ist; denn die Bienen und das Imkern sind ebenfalls sein Part.

Drei Farbbereiche

Als die Sauerwalds vor 38 Jahren von Hannover zum Herdecker Ahlenberg zogen, plante Monika Sauerwald ihren Garten gemeinsam mit Karl Förster, dem Schüler eines renommierten Staudenzüchters. „Karl Förster war damals bei allen Bundesgartenschauen vertreten. Drei Mal bin ich samstags zu ihm nach Hannover gefahren, um unseren Garten zu planen. Er wusste genau, wann was blüht, dass man von einer Sorte immer mehrere Pflanzen setzen muss, damit es wirkt. Und dass man so pflanzen muss, dass immer irgendetwas blüht. Wenn die Iris ausgeblüht sind, kommen die Taglilien und die Rosen. Er wollte sich unseren Garten gerne noch ansehen, aber er hat es dann nicht mehr erlebt“, erinnert sich Monika Sauerwald. Natürlich habe sie im Laufe der Jahrzehnte immer mal wieder etwas verändert, aber die Grundeinteilung des Gartens ist geblieben.

Die blühenden Pflanzen sind in drei Farbbereichen angeordnet: einen gelb-blauen mit Taglilien, Rosen, Iris und Clematis, einen weiß-rose-blauen mit Kletterrosen, verschiedenen Phloxsorten und Rittersporn, und einen bunten mit weiteren Rosen und verschiedenen kleinwüchsigen Pflanzen. „Früher gab es hier keine gelben Taglilien. Aber in den USA habe ich sie gesehen, habe einen Katalog von dort mitgenommen und mir welche schicken lassen“, erklärt die Herdeckerin.

Außergewöhnlich ist auch ihre englische Strauchphäonie: „Wenn sie blüht, ist sie ein Traum aus 30 bis 40 Blüten. Aber leider blüht sie nur etwa eine Woche.“ Auch der Lederschotenbaum aus Südamerika ist ein Exot in unserer Region. „Seine langen Schoten eignen sich wunderbar zum Dekorieren“, weiß Monika Sauerwald. Ob es bei all der Blütenpracht einen Favoriten gibt? „Ja“, sagt die Herdeckerin, „Rosen sind meine große Liebe geworden.

Aber Rosen möchten Wind, sie wollen Lehmboden und Kalk, und sie wurzeln ganz tief. Das erklärt auch, warum sie oft in Kübeln nicht gedeihen.“ Ihre beiden englischen Rosen „David Austin“ und „Bobby James“ wachsen und blühen ebenso prächtig wie die dunkelrote, wunderbar duftende Norita. „Je dunkler die Farbe, desto intensiver ist in der Regel der Duft“, weiß die Rosen-Liebhaberin.

Und führt unter dem dichten Blätterdach eines gigantischen Walnussbaums hindurch in ihren Nutzgarten, den sie ebenfalls selbst pflegt und in dem (fast) alles wächst, was Gemüse- und Obstfreunde lieben: von Kohlrabi über (violette) Kartoffeln bis hin zu Kürbissen, von Schalotten über Bohnen und Spitzkohl bis hin zu Kräutern und Beeren jeder Art, von Äpfeln über Pflaumen und Reneclauden bis hin zu Williams-Christ-Birnen. Über zwei der vielen kleinen Birnen hat Monika Sauerwald ein Glas gestülpt, in das sie nun hineinwachsen werden. „Davon wird Schnaps gemacht. Unsere Nachbarn hatten die Idee“, erzählt Monika Sauerwald. Als Arbeit empfindet sie die Pflege ihrer wunderbar blühenden Oase übrigens nicht. „Bisher jedenfalls nicht“, sagt sie und lacht.