Ein Friedrich für Wetter und die Region

Friedrich Harkort kehrt als Skulptur an seine Wirkungsstätten zurück. Der Lions Club Wetter macht es möglich.
Friedrich Harkort kehrt als Skulptur an seine Wirkungsstätten zurück. Der Lions Club Wetter macht es möglich.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Der Lions-Club Wetter knüpft ein kulturelles Netzwerk in der Region. Mit 125 Harkort-Figuren, gestaltet von Künstler Ottmar Hörl, soll nicht nur an den Industriepionier erinnert werden. Man will auch Identifikation schaffen.

Wetter/Herdecke..  Ist das Kunst? „Darüber kann man streiten“, sagt Helmut Franzen und blickt auf die drei Figuren auf der Terrasse des „Friedrich am See“. Ein grauer, ein blauer und ein roter Friedrich Harkort, ein paar Köpfe größer als ein Gartenzwerg, stehen dort, um sich einem ausgesuchten Publikum zu präsentieren. Der Lions-Club Wetter (Ruhr) hat zur Preview geladen. „Sie sehen als Erste diese fertigen Exemplare“, betont Franzen, der die Harkort-Aktion für den Club koordiniert. Und ein paar von den Menschen, die auf der Terrasse den Blick auf den See und ein Glas Sekt genießen, werden auch die ersten sein, die eine Harkort-Figur „mein Friedrich“ nennen dürfen. „47 Vorbestellungen haben wir schon“, sagt Franzen nicht ohne Stolz.

Viele Stationen im Leben Harkorts

„Mein Friedrich“ heißt das ambitionierte Projekt, mit dem der Lions-Club eine ganze Region vernetzen will. Denn Friedrich Harkort hat nicht nur in Wetter gewirkt. Sein Geburtshaus steht in Hagen, einen Großteil seines Lebens verbrachte er in Dortmund-Hombruch, begraben ist er auf Gut Schede in Herdecke. Helmut Franzen hat schon viele Fäden geknüpft, hat befreundete Clubs in den Nachbarstädten für seine Aktion gewinnen können und die ersten Präsentationen der Figuren in Hagen und Herdecke verabredet. So werden vom 7. bis 9. August einige Friedrich-Figuren auf Gut Schede zu sehen sein, wenn dort die traditionelle Kunstausstellung in der Scheune stattfindet. Die Mitglieder der SIHK-Vollversammlung werden Ende August ihren Pausen-Kaffee im Beisein der Skulpturen trinken dürfen. „Harkort wäre heute sicher Mitglied dieses Gremiums“, sagt Franzen. Und vom 28. bis 30. August sollen die Figuren den wetterschen Bahnhofsplatz bevölkern. 125 Stück, die nebeneinander stehend einen „gewaltigen Eindruck“ vermitteln sollen, der chinesischen Terracotta-Armee gleich.

Vorbild für diesen Massen-Auftritt ist eine Aktion des Künstlers Professor Ottmar Hörl, der Karl den Großen ebenfalls in Mannschaftsstärke hinter dem Aachener Rathaus antreten ließ.

Ende September gibt es eine gleiche Aktion dann auch vor dem „Friedrich am See“. Dann wird auch die rote Skulptur, die sich Mitinhaberin Jutta Gentgen als Erste beim Lions-Club gesichert hat, vor dem Restaurant stehen. „Und danach hoffentlich dann auch bei uns im Café“, sagt Gentgen, die sich den „Friedrich“ beim Preview-Termin schon einmal unter den Arm klemmte, um einen geeigneten Standort für die Skulptur im Innern zu finden.

Für den guten Zweck

Aber warum sollen künftig kleine Harkorts die Städte Wetter, Herdecke, Hagen und Dortmund bevölkern? Hier kommen die Lions-Mitglieder wieder ins Spiel, die mit ihrer Clubarbeit dort helfen wollen, wo Hilfe nötig ist. „Wenn wir 100 Skulpturen verkaufen, kommen wir in die Gewinnzone“, sagt Helmut Franzen. Und der Gewinn geht dann an den Kinderschutzbund. „Wir werden das Geld anteilig an die Vereine geben, je nachdem, wie viele Friedrichs in eine Stadt verkauft werden“, erklärt Franzen.

Regionale Identität, Kunstaktionen in den Harkort-Städten, ein guter Zweck – das alles reicht dem Mitinitiator der Aktion nicht. „Wir schaffen mit dem Friedrich auch noch ein Kunstnetzwerk, das eine identitäts-stiftende und integrative und damit stärkende Wirkung in der Region entfalten wird“, sagt Franzen und blickt stolz auf die drei Harkorts auf der Terrasse. Die schauen entspannt ins Grüne. Und warten auf ihre künftigen Besitzer.