Ein anstrengendes Jahr für die Feuerwehr in Herdecke

Bei der Feuerwehr in Herdecke wurde geehrt und befördert.
Bei der Feuerwehr in Herdecke wurde geehrt und befördert.
Foto: Sarah Müller
Bilanz für 2014: Die Zahl der Einsätze geht zwar auf 428 zurück. Aber leider waren nicht alle Menschenleben mehr zu retten

Herdecke. Der Sekt perlt vom knallroten Bootslack ab, die „Albert Jungheim“ hat ihre offizielle Taufe ohne Kratzer überstanden. Eine absolute Ehre. Das neue Rettungsboot der Freiwilligen Feuerwehr ist benannt nach dem legendären „Feuerwehr-Hauptmann“ und Kneipenwirt, der immer noch für viele Anekdoten an diversen Stammtisch sorgt und der letzte ehrenamtliche Wehrführer der Feuerwehr war.

Knapp 40 000 Euro hat der räderlose Zuwachs im Fuhrpark gekostet und unterstützt jetzt die Einsätze auf Hengstey- und Harkortsee. Das feiert die Feuerwehr bei ihrer Jahresdienstbesprechung am vergangenen Freitag. Neben dem Boot parken in der Halle auch noch drei andere Neuanschaffungen: Löschfahrzeug, Drehleiter und ein Mannschaftstransportwagen, alles 2014 gekauft, für insgesamt 1,2 Millionen Euro. Im Jahr 2015 sollen nun ein Gerätewagen, ein Einsatzleitwagen und ein Löschfahrzeug angeschafft werden.

Großalarm im Krankenhaus

„Wir sind ein teures Team“, scherzt Feuerwehrleiter Hans-Jörg Möller bei seiner Rede und meint dabei sich und seinen Stellvertreter Bernd Elberfeld. Seit 13 Jahren arbeiten die beiden jetzt an der Feuerwehrspitze zusammen.

Sie sind aber nicht nur teuer, sondern auch fleißig. „Das Jahr 2014 war für uns sehr intensiv“, sagt Möller vor den Gästen aus Politik und Verwaltung, Vertretern befreundeter Hilfsorganisationen und den anwesenden Feuerwehrleuten. Insgesamt zu 428 Einsätzen sind sie im vergangenen Jahr ausgerückt, das sind 29 weniger als 2013. Dafür hatten es die Einsätze in sich. Besonders zwei schwere Verkehrsunfälle haben das Team belastet: Als im Februar eine junge Autofahrerin nach einem Unfall auf der B54 starb und im April am Mühlencenter eine Frau von einem LKW erfasst worden war und ums Leben kam. Außerdem hatte Herdecke nach 15 Jahren erstmals wieder einen Wohnungsbrand mit tödlichem Ausgang. Ein 70-jähriger Mann starb im Krankenhaus an den Folgen einer Rauchgasvergiftung, nachdem in seiner Wohnung am Rostesiepen ein Feuer ausgebrochen war.

Ein Brand in der Überwachungsstation des Krankenhauses sorgte im Juli für Großalarm. Mit der neuen Drehleiter wurden dort mehrere Menschen gerettet. Im August waren zwei Segler auf dem Harkortsee gekentert. Im Oktober brannte es in einer Hotelküche. Im Dezember verunglückte ein Kleinbus auf der Ender Talstraße, und nur ein Tag später kam es in der Nähe wieder zu einem Unfall mit einer eingeklemmten Person. „In solchen schlimmen Momenten haben wir gemerkt, auf die Feuerwehr ist Verlass“, würdigt die Bürgermeisterin das Engagement der freiwilligen Helfer in Herdecke.

Sturmschäden

Hans-Jörg Möller lässt das Jahr noch einmal Monat für Monat vorbeiziehen. Auch viele Unwettereinsätze beherrschen den Rückblick. Sturm und Starkregen beschäftigten die Feuerwehr im Frühjahr genauso wie im Sommer und Herbst. Aber auch 67 Brände, 185 Hilfeleistungen und 45 ABC-Einsätze, darunter auch abzustreuende Ölspuren, haben das Jahr 2014 besonders anstrengend gemacht. Im Stadtgebiet entstand insgesamt ein Schaden von knapp 695 000 Euro. Auf der anderen Seite der Waagschale liegt das gute Gefühl, das ebenso in den Köpfen bleibt: 62 Personen und 35 Tiere hat die Freiwillige Feuerwehr aus gefährlichen Situationen gerettet oder ihnen unter kritischen Umständen geholfen.

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