Ehrenamt in schlechtes Licht gerückt

Krätze-Leid. Lieber Herr Görzel, haben Sie nicht sehr übertrieben mit dem Hinweis auf monatelange Quarantäne? Und auch bei dem ersten Leserbrief von Frau Althoff haben wir uns verwundert die Augen gerieben. Auch wir sind seit Jahren mit dem Verein „Lebensqualität im Alter e.V.“ ehrenamtlich im Zauleckhaus tätig. Nicht nur einmal in der Woche mit etwas Klaviermusik, sondern einzeln oder gemeinsam mit anderen Vereinsmitgliedern werden Aktivitäten und Feste für und mit den Bewohnern geplant und durchgeführt. Zweimal wöchentlich wird den Bewohnern in der Zeitungsrunde aus der WR oder WP vorgelesen und diskutiert, und einmal wöchentlich wird für die Bewohner ein Verkaufsschrank geöffnet mit Pflegemitteln und Süßigkeiten. Damit sich die Bewohner auch in und an der Natur erfreuen können, wird ein kleiner Blumengarten betreut und gepflegt. Außerdem gibt es auch seit vielen Jahren eine weitere ehrenamtliche Gruppe, die regelmäßig wöchentlich das Minicafe, Singen und Kegeln anbietet. Dieser Personenkreis war ebenso betroffen wie Frau Althoff. Haben Sie von diesem Personenkreis ähnliche Beschwerden gehört?


Auch wir haben mehrmals Kleidung und Bettwäsche waschen müssen, die Creme kaufen und uns eincremen müssen und die teuren Tabletten gekauft. Um die Kosten niedrig zu halten, haben wir die Pflegemittel im Drogeriemarkt gekauft. Für die Finanzierung der Tabletten gab es Unterstützung vom Gesundheitsamt in Form einer Unterlage zum Kostenerstattungsantrag bei der Krankenkasse. Unsere gesetzliche Krankenkasse hat uns die Kosten erstattet.


Wir hätten gern gewusst, wie ein „Ehrenamt“ mit finanzieller Absicherung und Risikoabdeckung aussieht. So etwas wäre doch wohl nur bei einem Vertragsverhältnis mit dem Zauleckhaus gegeben.
Und nun zur Krätze. Die Bewohner und der Träger des Zauleckhauses haben wohl genug gelitten. Sicher mehr als Frau Althoff und wir. Die Krätze kann nur von außen gekommen sein. Denn man hört und liest immer wieder von Krätze in Schulen und anderen Einrichtungen.


Es ist schade, dass wegen eines kleinen Geldbetrages das Ehrenamt in falsches Licht gerückt wird. Vor allem das Leid der Bewohner durch die notwendige Isolierung wurde vollkommen verdrängt. Schade!


Arme Bewohner, armer Träger, armes Ehrenamt.
Bärbel und Ulrich Fischer,
Wetter