Dörken-Vorstände suchen Nachfolger

Ute Herminghaus und Karl E. Dörken, Vorstandsmitglieder der Ewald Dörken AG
Ute Herminghaus und Karl E. Dörken, Vorstandsmitglieder der Ewald Dörken AG
Foto: WP
Karl E. Dörken und Ute Herminghaus wollen die Zukunft der Dörken AG schon jetzt in sichere Bahnen lenken und suchen einen Nachfolger. Beide Vorstände wechseln 2016 in den Aufsichtsrat.

Herdecke..  Sie gehen, aber sie gehen nicht ganz – Ute Herminghaus (57) und Karl E. Dörken (56), die über 25 Jahre gemeinsam die Geschicke der Dörken AG verantwortet haben, wollen 2016 in den Aufsichtsrat wechseln. Künftig soll nur noch ein Vorstand für das operative Geschäft verantwortlich sein. „Wir haben mit der Suche begonnen“, sagt Karl E. Dörken, der die Entscheidung gestern gemeinsam mit seiner Cousine Ute Herminghaus in einer Mitarbeiterversammlung verkündete.

Dass die Mitarbeiterschaft zu einem so frühen Zeitpunkt über einen möglichen Wechsel an der Spitze des Unternehmens informiert wird, gehört zur Führungskultur von Dörken. „Wir haben ein vertrauensvolles Verhältnis zu den Mitarbeitern und sind darum auch auf der Suche nach einem Menschen, der zu uns passt“, sagt Ute Herminghaus. Offenheit im Umgang, eine wertschätzende Unternehmenskultur – all das muss der oder die Neue mitbringen. „Wir nehmen uns Zeit“, betont Karl E. Dörken, dass der Vorstand ganz bewusst zu einem sehr frühen Zeitpunkt die Nachfolgefrage im Unternehmen angehe. „Ich habe es in vielen Fällen erlebt, dass sich gerade Mittelständler zu spät gekümmert haben“, so Dörken. Das soll hier nicht passieren.

Mehr Führungseffizienz

Bereits seit einigen Jahren werde in allen Bereichen an der Organisationsstruktur gearbeitet, um mehr Führungseffizenz zu schaffen. „Wir haben hoch professionelle Managementteams aufgebaut, die ihr jeweiliges Geschäftsfeld mit einem hohen Maß an Eigenverantwortlichkeit bearbeiten“, sagt Dörken. Eigenverantwortlichkeit werde auch einem künftigen Vorstand abverlangt, auch wenn Herminghaus und Dörken aus dem Aufsichtsrat heraus weiter die Zukunft des Unternehmens mitgestalten wollen. „Wir sind nicht weg, wir machen nur einen anderen Job“, geben beide auch ein Signal an Kunden und Partnerunternehmen, die ein „Höchstmaß an Kontinuität“ erwarten könnten.

Positive Unternehmensentwicklung

Den Wechsel in den dann fünfköpfigen Aufsichtsrat sieht Karl E. Dörken als Chance, sich auf neue Themen konzentrieren zu können und schnelle, aber auch sichere Entscheidungen für die Zukunft der AG zu treffen. Übergeben werde ein Unternehmen, das auf einem guten Weg sei. Nach einem schwierigen Jahr 2013 hatten sich im vergangenen Jahr die Umsatz- und Ertragslagen positiv entwickelt. „Und 2015 wird noch einmal besser“, sieht Dörken zuversichtlich in die Zukunft. Auch wenn zum Beispiel das Geschäft in Russland durch Sanktionen und die politische Entwicklung dort mehr oder weniger zusammengebrochen sei.

Familienintern lässt sich die Nachfolge nach Aussage von Dörken und Herminghaus noch nicht regeln. Dazu sei der Zeitpunkt zu früh, potenziellen Nachfolgern fehle die Führungserfahrung. Doch der Blick eines Managers von außen auf die Gruppe sei auch eine Chance. Und man ist zuversichtlich, dass die Suche trotz der bekannten Schwierigkeiten von Mittelständlern bei der Nachfolge, erfolgreich sein wird. Denn Dörken sei nicht irgendein Mittelständler. „Wir sind besonders.“