Diskussion um Herdeckes Fußgängerzone

Die SPD schlägt vor, die obere Fußgängerzone für den Verkehr zu öffnen. Die weitere Diskussion wurde nun aber zurückgestellt, bis konkrete Planungen für eine neue Gestaltung der gesamten Zone vorliegen.
Die SPD schlägt vor, die obere Fußgängerzone für den Verkehr zu öffnen. Die weitere Diskussion wurde nun aber zurückgestellt, bis konkrete Planungen für eine neue Gestaltung der gesamten Zone vorliegen.
Foto: WP
Laufen oder Parken? Verwaltung und Politik führen eine Diskussion über die Fußgängerzone in Herdecke. Konkrete Entscheidungen sollen aber erst fallen, wenn Pläne für die gesamte Fußgängerzone vorliegen.

Herdecke..  Die Fußgängerzone geriet kürzlich mal wieder ins Blickfeld der Lokalpolitik. Dabei ging es sowohl um optische Gestaltungspläne seitens der Stadt Herdecke als auch erneut um zusätzliche Parkmöglichkeiten für mobilitätseingeschränkte Bürger zwischen der Einmündung Sally-Grünewald-Straße und dem Kaufhaus Gassmann.

Zunächst schilderte Ralf Grunwald, bei der Verwaltung für die städtischen Grünflächen zuständig, dass in der Fußgängerzone manches Mobiliar sowie die Beleuchtung in die Jahre gekommen sei und ersetzt werden soll. Auch die Hochbeete gelte es zu erneuern. Einiges von den Änderungen (neue Bänke und Abfallbehälter) sei umgesetzt worden, zumal dies schon für 2014 vorgesehen war. „Ziel der neuen Gestaltung ist eine Steigerung der Attraktivität, zudem sollen einige Geschäfte barrierefreie Zugänge erhalten“, so Grunwald. „Und mit einem neuen Beleuchtungskonzept wollen wir den Stromverbrauch reduzieren.“

All dies sei Teil des Stadtentwicklungskonzeptes. Im Herbst, so kündigte es Grunwald an, gebe es konkrete Angaben zur Planung, zeitlicher Umsetzung und zu den Kosten. Die Auszahlungsmittel (zu 70 Prozent durch Landesmittel gedeckt) müssten neu veranschlagt werden. „Wir haben diesbezüglich einen Honorarvertrag mit einem Büro abgeschlossen und warten dessen Vorschläge ab.“ Mit Blick auf die topographischen Gegebenheiten gehe es dann auch um den Verlauf von Leitungen, Baumstandorte und eventuell um veränderte Nutzungsmöglichkeiten. Gemeint sind Aspekte wie Spielen oder Ausruhen. Frank Zagler, 1. Beigeordneter der Stadt, ergänzte, dass auch Gespräche mit den ansässigen Einzelhändlern geführt worden seien. Die Ergebnisse aus den Arbeitskreisen der Werbegemeinschaft seien den Planern übermittelt worden.

Die Politik diskutierte zudem über eine von der SPD beantragte Parkerweiterung in der oberen Fußgängerzone, damit Ältere oder Gehandicapte zwischen der Einmündung Sally-Grünewald-Straße und Hauptstraßenhausnummer 43 (Gassmann) komfortabel ein- und aussteigen können. Dafür wäre eine Straßenumwidmung nötig, die eine Zu- und Abfahrt von Fahrzeugen ermögliche. Nach SPD-Vorstellungen gilt in dieser angedachten Sackgasse dann ein Schritttempo.

Breitere Stellplätze

Obwohl es rund um die obere Fußgängerzone ein Parkangebot gebe, wären erweiterte Stellflächen (knapp drei Meter statt 2,50 Meter breit) eine Verbesserung etwa für Senioren. Zumal die Parkplätze in der Rathaus-Tiefgarage eng geschnitten seien und sowohl das Rangieren als auch das Aussteigen erschweren, beispielsweise für Eltern mit Kinderwagen. Andere Haltemöglichkeiten in der nahen Umgebung hätten den Nachteil, dass sie weitere Fußwege mit sich bringen und für manche anstrengend seien. „Durch die Öffnung des oberen Teils der bisherigen Fußgängerzone für den Kfz-Verkehr würde dieser ohnehin benachteiligte Teilbereich der Fußgängerzone zudem an Attraktivität gewinnen und stärker frequentiert werden“, meint die SPD. Kleinere Erledigungen oder Arztbesuche würden dadurch erleichtert, auch der dortige Einzelhandel würde profitieren.

Parkscheibenregelung

Peter Gerigk von den Grünen verwies darauf, dass nach langer Diskussion die Verwaltung ein Befahren der Fußgängerzone bereits 2013 abgelehnt habe. Dem entgegnete Ulrich Schwellenberg (SPD), dass die Feuerwehr dort ja auch hineinfahren kann.

Der städtische Justiziar erinnerte an die Begründung, wonach in erster Linie kein Bedarf für neue Parkplätze in der oberen Fußgängerzone erkennbar sei. „In direkter Nähe dort gibt es insgesamt etwa 250 bis 300 Stellflächen“, sagte Lars Heismann zum erneuten SPD-Antrag und vermutete: „Geht es hier eventuell um eine gewisse Bequemlichkeit?“ Alternativ sei aber denkbar, in der Sally-Grunewald-Straße bis zu drei Stellplätze mit einer Parkscheibenregelung über 30 Minuten auszustatten. „Das könnte die Frequenz in der oberen Fußgängerzone erhöhen.“

Antrag zurückgezogen

Nach dem CDU-Vorschlag von Doris Voeste, erst einmal die Pläne zur Umgestaltung der Fußgängerzone von oben bis unten abzuwarten („Wir sollten keine Fakten schaffen und auch den oberen Bereich in das Gesamtkonzept einbinden“), zog die SPD ihren Antrag vorerst zurück.