Diebesgut und große Brückenreste im Harkortsee gefunden

Bei den vorbereitenden Maßnahmen zum Neubau der Brücke am Obergraben fanden Tauchen u.a. Motorräder und Tresore.
Bei den vorbereitenden Maßnahmen zum Neubau der Brücke am Obergraben fanden Tauchen u.a. Motorräder und Tresore.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Bei der Vorbereitung zum Brückenabriss am Obergraben in Wetter entdeckten Taucher Schrott und Diebesgut. Die Arbeiten dauern länger als geplant.

Wetter..  Ein Sammelsurium aus Schrott, Diebesgut und Granaten im Harkortsee erschwert die Vorbereitung zum Abriss und Neubau der Brücke am Obergraben. Spezialtaucher fanden neben Kampfmitteln aus dem Ersten Weltkrieg einige Motor- und Fahrräder sowie drei Tresore. Einen davon konnte die Polizei mittlerweile einem Einbruch in die Apotheke in Volmarsteins Goethestraße aus dem Jahr 2011 zuordnen. Gravierender sind laut Baufirma aber die Brückenreste, die wohl bei einer Sprengung vor etwa 100 Jahren absanken. Wegen der tonnenschweren Gewichte werde die Bergung recht aufwändig, dadurch dauern die Bauarbeiten auf jeden Fall länger als geplant.

Seit knapp einer Woche laufen die Erkundungen im Harkortsee zur Vorbereitung des Brückenabrisses am Obergraben. Schon jetzt ist klar: Die Baumaßnahme wird länger als geplant dauern, die neue Brücke erst 2017 und nicht Ende 2016 befahrbar sein. Das sagte auf Anfrage Ronald Heine, Projektleiter der beauftragten Firma Züblin.

Das liege weniger am gefundenen Diebesgut, sondern an den Bauwerksresten. Aus den vorliegenden Unterlagen mit den eingezeichneten Alt-Fundamenten ging laut Heine nicht hervor, dass die Brücke nach dem Ersten Weltkrieg gesprengt worden sei. „Da wir französische Munition fanden, muss es sich um diesen Weltkrieg handeln, sagte uns die Bezirksregierung.“ Diese Betonstücke seien groß (beispielsweise zehn Meter lang sowie ein Meter breit) und zum Teil 100 Tonnen schwer. Da sie im Schlamm liegen, können die Taucher das gesamte Ausmaß mitunter schwer einschätzen. „Wir müssen die Brocken unter Wasser zerkleinern, um sie heben zu können. Dafür wollen wir nach der Sperrung ab dem 6. Juli einen Kran auf die Brücke stellen“, so Heine.

Auch die Tauchgänge dauern länger als geplant. „Bisher sind am Obergraben etwa zehn Prozent unter Wasser untersucht. Wir erkunden und räumen gleichzeitig“, sagt der Projektleiter. Sechs bis acht Wochen werde dies noch ungefähr weitergehen. Mitte Juni soll eine Ponton-Anlegestelle aufgebaut werden.

Bisher hätten Fachleute der Bezirksregierung auch alle gefunden Granaten als unbedenklich eingestuft. Allein mit der ersten Baggerschaufel seien elf Kampfmittel zutage gekommen, mittlerweile sind es 14. Heine: „Ich rechne damit, dass im Schlamm weitere liegen.“

Kaum Chancen zur Täterermittlung

Unterdessen hat EN-Polizeisprecher Dietmar Trust auch in Erinnerung an die Tresor-Funde in der Glörtalsperre vor einigen Monaten wenig Hoffnung, dass über das Diebesgut Täter ermittelt werden können. „Die Wahrscheinlichkeit ist gering. Wenn die Tat im Zusammenhang mit einer Serie steht, erhöht das die Chancen allenfalls etwas.“