Die Singvögel brüten jetzt

Ennepe-Ruhr..  Unsere Siedlungen sind mittlerweile Lebensraum für viele Tierarten, die sich an das Zusammenleben mit uns Menschen mehr oder weniger gewöhnt haben. Wussten Sie zum Beispiel, dass die Amsel, die aus keiner Siedlung mehr wegzudenken ist, eigentlich ein Waldvogel ist? Sie ist mittlerweile in vielen Städten sogar häufiger als im Wald anzutreffen. So manche von uns Menschen geschaffene Strukturen, wie Häuser oder Gärten, dienen dabei als Ersatz für die ursprünglichen Lebensräume verschiedener Tierarten. In manchen deutschen Artnamen ist die enge räumliche Beziehung zum Menschen schon zu erkennen, zum Beispiel beim Turmfalken, Hausrotschwanz oder Gartenrotschwanz.

Internetseite informiert

Diese Tiere sind für uns oft vergleichsweise einfach zu beobachten, eben weil wir sie in unserer unmittelbaren Umgebung und sozusagen jeden Tag „vor der Nase“ haben. Rund ums Haus lauern aber auch viele Gefahren für Tiere, seien es Kanalgitter, durch die Frösche fallen oder Regentonnen, die zu tödlichen Fallen für Vögel werden können. Oft denkt man als Mensch gar nicht an alles, wodurch ein Tier zu Schaden kommen kann. Eine Internetseite des NABU macht unter www.nabu.de, Stichwort „Tierfallen“, auf diese Gefahren aufmerksam und gibt Tipps zur Vermeidung.

Manchmal meinen wir Menschen es dann aber auch wieder zu gut mit den Tieren. Immer wieder kommt es vor, dass Vogelkinder das Nest zu früh verlassen, etwa, weil sie durch eine Katze oder einen anderen Fressfeind aufgeschreckt wurden. Viele Menschen nehmen diese noch flugunfähigen Jungen auf. Es ist aber nicht so einfach, ein Vogelkind erfolgreich groß zu ziehen. Sie sollten daher zunächst einmal aus sicherer Distanz beobachten, ob es nicht doch noch von den Eltern mit Futter versorgt wird. Das ist nämlich, wenn den Eltern nichts passiert ist, in der Regel der Fall. Und die Vogeleltern können das normalerweise viel besser als wir Menschen – sie wissen genau, welches Futter geeignet ist und wie viel die Jungtiere brauchen.

Ab und an wird das enge Zusammenleben von Mensch und Tier aber auch auf eine harte Probe gestellt. Bei uns Menschen geht das subjektive Empfinden darüber, was angenehm oder störend ist, weit auseinander. Was der eine als frohes Vogelgezwitscher am Morgen erlebt mag dem anderen den letzten Schlaf rauben. Meist ist die Toleranz bei uns Menschen zu Ende, wenn Hinterlassenschaften der Tiere Balkone oder Häuserwände verunreinigen. Hier kann aber Abhilfe in Form von sogenannten Kotbrettchen geschaffen werden, die unter Nestern oder Einfluglöchern von Fledermäusen angebracht werden. Da das Anbringen dieser einfachen Bretter meist nicht ohne Krach vonstatten geht, dürfen sie erst befestigt werden, wenn die Vögel oder Fledermäuse dauerhaft ausgeflogen sind.

Bei Fledermäusen muss man darauf achten, dass jetzt noch die Jungtiere die ganze Zeit über in den Quartieren verbleiben, auch wenn die Mütter in der Nacht auf Nahrungssuche gehen. Hier hilft nur abwarten, bis die Jungtiere groß sind. Aber auch dann muss man erst prüfen, ob das Quartier nicht noch weiter genutzt wird. Auf keinen Fall darf man ein Quartier einfach zerstören, etwa indem man es verschließt. Nach dem Bundesnaturschutzgesetz ist es verboten, Lebensstätten wild lebender Tiere und Pflanzen ohne Grund zu beeinträchtigen oder zu zerstören. Was ein vernünftiger Grund ist, kann dabei nicht vom Hauseigentümer oder Mieter entschieden werden. Wenden Sie sich daher im Bedarfsfall bitte an das Umweltamt der Stadt oder an die Untere Landschaftsbehörde des Kreises.

Für viele Menschen sind Hornissen in ihrer unmittelbaren Umgebung ein echtes Ärgernis, meist, weil die Anwesenheit der „dicken Brummer“ Angst hervorruft.

Lehrgang zu Bienen und Hummeln

Da große Baumhöhlen selten geworden sind, sucht sich manche junge Hornissenkönigin im Frühjahr ein Ersatzquartier, zum Beispiel einen Rollladenkasten. Jetzt, im Sommer, wird man durch die anwachsende Größe des Hornissenstaates auf die Tiere rasch aufmerksam. Wer mehr über das spannende Leben von Hornissen erfahren möchte und wie man ein Wespen oder Hornissennest fachgerecht und rechtskonform umsiedelt, der kann sich den 4. Juli vormerken. An diesem Tag findet ein Fachlehrgang „Keine Angst vor dicken Brummern!“ in Witten statt. Anmeldung und Infos unter www.kiv-en.de oder bei Hela Mikkin, 0231 7225947. Beratungen zum Thema Hornissen und fachgerechte Umsiedelungshilfe gibt es auch beim Arbeitskreis Natur- und Umweltschutz, info@anu-en.de. Einen sonnigen und entspannten Start in den Sommer wünscht Ihnen Ihre Britta Kunz