„Die Sieger hatten mir einiges voraus“

Diskutierte bereits vor zwei Jahren leidenschaftlich gern: Etienne Krimmel, der hier mit Mitschülerin Noran Mommsen debattiert.
Diskutierte bereits vor zwei Jahren leidenschaftlich gern: Etienne Krimmel, der hier mit Mitschülerin Noran Mommsen debattiert.
Foto: Hanna Voß
Étienne Krimmel (18) reiste zum Finale des Wettbewerbs Jugend debattiert nach Berlin. Dort belegte der Wetteraner Platz 17.

Wetter..  Étienne Krimmel (18) ist letzten Donnerstag beim Bundesfinale von „Jugend debattiert“ in Berlin angetreten. Der Wetteraner, der gerade sein Abitur am Geschwister-Scholl-Gymnasium gemacht hat, landete auf Platz 17. Elisabeth Semme sprach mit ihm.


Frage: Auf welche Themen mussten Sie sich vorbereiten, und welche Standpunkte mussten Sie vertreten?
Étienne Krimmel: Ich musste mich zunächst auf die folgenden drei Fragen vorbereiten: Sollen religiöse Bilderverbote von den Medien beachtet werden? Soll die EU mit den USA das Freihandelsabkommen TTIP abschließen? Soll die nächtliche Beleuchtung von Straßen, Plätzen und Gebäuden eingeschränkt werden? In der Qualifikation, in der ich ausschied, wurden die beiden letztgenannten Themen debattiert. Dort musste ich mich gegen den Abschluss des Freihandelsabkommens aussprechen und für eine Einschränkung der nächtlichen Beleuchtung.


Woran lag es Ihrer Meinung nach, dass Sie „nur“ auf Platz 17 von 32 gelandet sind?
Für das vorzeitige Ausscheiden gibt es meiner Meinung nach verschiedene Gründe. So bestand das Feld der Konkurrenten ausschließlich aus anderen Landessiegern, die alle auf sehr hohem Niveau debattierten. Obwohl ich mir, besonders nach den positiven Erfahrungen des vorangegangenen Landessiegerseminars auf Burg Rothenfels, realistische Chancen auf das Finale ausgerechnet hatte, lag es am Ende wahrscheinlich an zu hohen Ambitionen in Kombination mit starker Konkurrenz, die meine Platzierung erklären.


Wie funktioniert die Bewertung?
Das ist ein anderer Faktor, der „Jugend debattiert“ prinzipiell beeinflusst. Die Bewertung seitens der Jury ist eine schwierige Aufgabe. So muss idealerweise sichergestellt sein, dass acht parallel geführte Debatten, die von acht verschiedenen Jurys bewertet werden, dennoch untereinander vergleichbar sind. Deshalb sind Platzierungen oft sehr variabel und würden bei einer Neuauflage mit gemischten Debatten- und Juryverteilungen vermutlich an vielen Stellen anders aussehen. Trotzdem wäre ein erster oder zweiter Platz nicht realistisch für mich, weil die Finaldebatte gezeigt hat, dass die Sieger mir, Jurys hin oder her, einiges voraus hatten.


Gab es spannende Erfahrungen in Berlin jenseits des Wettbewerbs?
Natürlich war der Aufenthalt in Berlin eine wertvolle Erfahrung. Ich konnte viele Eindrücke sammeln und versuchte, möglichst alles zu besuchen und zu sehen. Dass das in einer so großen Stadt nicht an einem Tag möglich war, war mir klar und deshalb nutzte ich den Aufenthalt hauptsächlich zur Entspannung und nervlichen Beruhigung vor dem Wettbwerb. Dazu kam der äußerst komfortable Aufenthalt im Hotel, der uns den Konkurrenzdruck etwas versüßte. Nach dem Wettbewerb blieb ich noch einen weiteren Tag in Berlin, um mir Alexanderplatz & Co. noch weiter anzusehen. So war Berlin trotz des mäßigen Erfolgs im Wettbewerb dann doch eine einmalige Erfahrung.

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