Die Kunst der Zerstörung

Während eines Urlaubes kamen meine Familie und ich nahezu täglich an einer Baustelle vorbei. Mehrere Abrissbagger waren im Einsatz, um eine imposante Kurmittelhalle dem Erdboden gleichzumachen. Für unseren Kleinsten war es ein beeindruckendes Bild, die Bagger auf den Schuttbergen thronen zu sehen und mitzuerleben, wie das Gebäude Schicht um Schicht abgetragen wurde.


Ja tatsächlich begann man zunächst mit der Abdeckung des Daches, um sich dann Stockwerk um Stockwerk tiefer zu arbeiten. Fein säuberlich wurde dabei der Bauschutt sortiert und getrennt voneinander entsorgt. Wer eine mächtige Abrissbirne erwartet hatte, die die Halle an einem Tag in Schutt und Asche legen kann, wurde zumindest auf dieser Baustelle enttäuscht.


Am letzten Urlaubstag fiel mir das Firmenschild des Abrissunternehmers ins Auge. Unter seinem Namen prangte ein Slogan, der in kurzen Worten die Tätigkeit des Unternehmens beschrieb: „Die feine Kunst der Zerstörung“. Ich konnte mir ein Lachen nicht verkneifen, da die Begriffe „Kunst“ und „Zerstörung“ für mich nicht zusammenpassten. Das Feine und das Grobe – schließen sich nicht beide gegenseitig aus?


In unserer Welt ist vieles in Bewegung geraten. Was früher als unantastbar galt, wird heute Schritt für Schritt, Schicht um Schicht entwertet und dem Gewöhnlichen angeglichen. Diese Anpassungsprozesse geschehen schleichend und passieren nicht mal eben über Nacht. Der Glaube an einen Gott schwindet, die Unvoreingenommenheit gegenüber dem Nächsten und Fremden geht verloren, gemeinsame Wert- und Moralvorstellungen lösen sich in Luft auf. Es ist eine feine Kunst, diese Zerstörung so heimlich durchzuführen, dass uns erst das Endergebnis ins Bewusstsein rückt. Wie oft sind wir schockiert von den Nachrichten aus aller Welt? Wir beklagen die Ergebnisse und fragen uns überrascht, wie es so weit kommen konnte.


Jesus Christus erinnert in der Bibel an den Teufel als den Meister der Zerstörung. Achte auf dein Leben, ob nicht Dinge in Bewegung geraten, die dich langsam von Gott entfernen. Der Teufel? Den gibt es auch heute noch – er möchte nur nicht bemerkt werden.