Die Hilfe für Panama ist sein Lebenswerk
22.02.2011 | 16:59 Uhr 2011-02-22T16:59:00+0100
Herdecke/Wetter.Den Panama-Lauf kennt in Herdecke und Wetter wohl jedes Kind. Paul K. Heer dagegen ist den meisten Menschen eher unbekannt. Kein Wunder; denn der Mann spricht lieber über seine Arbeit als über sich selbst.
Nach dem Lehramtsstudium in Dortmund verschlug es Paul K. Heer mitsamt Frau und zwei kleinen Kindern in den Auslandsschuldienst nach Kolumbien. Dort arbeitete er fünf Jahre lang als Schulleiter an einer deutschen Schule. Nach seiner Rückkehr kam Heer an die Friedrich-Harkort-Schule in Herdecke. Hier kümmerte er sich intensiv um die vielen spanischsprachigen Schüler, die „massive Probleme aufgrund der ungünstigen Sprachenfolge“ hatten. Viele hätten weder ihre Muttersprache noch Deutsch beherrscht und trotzdem habe man von ihnen erwartet, auch noch Englisch oder gar Französisch zu lernen. „Das war die reinste Überforderung“, weiß der pensionierte Pädagoge. Die Lösung: Statt Englisch wurde zunächst Spanisch angeboten, um Schülern die Gelegenheit zu geben, erst einmal Deutsch und Spanisch zu erlernen.
Zu vielen ehemaligen Schülern hat Heer noch heute Kontakt. Und überhaupt scheinen persönliche Kontakte dem 76-Jährigen sehr wichtig zu sein. Auch in seinem Engagement für die 1978 von ihm gegründete „Panamahilfe“, aus der 1998 der Verein „Dritte-Welt-Kreis Panama“ hervorging. Bereits Anfang der 1990er Jahre fiel erstmals der Startschuss für den Panama-Lauf an der Friedrich-Harkort-Schule. Die Erfolgsgeschichte dieses Sponsorenlaufs an Harkort- und Hengsteysee ist beispiellos: Im Verlauf der vergangenen zwei Jahrzehnte konnte Paul K. Heer als Vater und Organisator des alljährlichen Spendenlaufs sogar Schulen aus Wetter und Hagen zur Teilnahme bewegen.
Rund 1,2 Millionen Euro hat Paul K. Heer in den letzten 30 Jahren für Hilfsprojekte in südamerikanischen Dörfern und Städten gesammelt. Ein Großteil dieser Gelder stammt aus dem Panamalauf, aber auch bei Basaren und Info-Veranstaltungen Spenden zusammen.
Aufgaben an junge
Helfer übertragen
Von dem Geld wurden in Panama Schulen, Kindergärten und Brücken gebaut, Brunnen für sauberes Trinkwasser angelegt und Arbeitsplätze in Werkstätten und in der Landwirtschaft geschaffen, sodass die Panameños Produkte für den eigenen Bedarf und den Verkauf fertigen können. Denn wichtig war Paul K. Heer bei seinen Projekten immer die Nachhaltigkeit. Statt Geld zu verschenken, legte er wert auf die Mitarbeit der Eingeborenen und versuchte stets, „Hilfe zur Selbsthilfe“ anzubieten. Vor etwa einem Jahr war Paul K. Heer zuletzt in Panama, aber das Fliegen sei ihm inzwischen zu beschwerlich, gibt er zu. Und obwohl es ihm schwer fällt, will er sich nach und nach aus den laufenden Projekten zurückziehen und jungen Helfern Aufgaben übertragen. Und er hofft, dass der „Dritte-Welt-Kreis Panama“ auch nach seinem Tod weiterlebt.
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Panama-Paul ist über Herdecke hinaus eine Legende. Unsere Kinder haben immer gern am Panamalauf teilgenommen. Sie wussten schon sehr früh, worum es dabei ging.
Es beschämt mich, dass zum Thema Westfalia-Projekt und zur Guttenberg-Affäre sich viele Leser zu Worte melden, aber diesen großartigen Menschen aus der Mitte Herdeckes - zumindest in diesem Forum - nicht würdigen. Aber vielleicht kommt ja noch etwas.