Die Ender Talstraße soll sicherer werden

Bei der Auffrischung der Fahrbahnmarkierungen auf der Ender Talstraße kam es zu leichten Abweichungen.
Bei der Auffrischung der Fahrbahnmarkierungen auf der Ender Talstraße kam es zu leichten Abweichungen.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Die Grünen in Herdecke schlagen eine Ortsbegehung und gezielte Maßnahmen vor. SPD-Vertreter Tebben erinnert an alte Ausbau-Pläne.

Herdecke/Wetter..  In diesem Frühjahr gab es bisher – mit einer Ausnahme – keine schweren Unfälle auf der Ender Talstraße. Doch nach schlimmeren Ereignissen mit Verletzten im vergangenen Winter haben nun die Herdecker Grünen für die heutigen Verkehrskommission (16 Uhr, Ratssaal) zwei Anträge vorbereitet, um die Lage auf dieser Kreisstraße 11 zu erörtern und das nicht ausgebaute Teilstück an der Stadtgrenze zu Wetter sicherer zu machen.

Dabei gehe es nicht um den großen Wurf, sprich eine erneute Diskussion um den Ausbau des Abschnitts ab der Gederner Straße. „Wir sollten überlegen, ob wir zwecks erhöhter Verkehrssicherheit etwa eine offensivere Beschilderung oder das Auftragen von Rauasphalt an der Sägemühle anstreben sollten“, meint Peter Gerigk von den Grünen. Die schlagen vor, mit der Verkehrskommission bei einem Ortstermin genauer hinzuschauen, um über weitere Möglichkeiten wie Querstriche zur Abstandswahrung oder Warnbaken nachzudenken. „Dabei ist uns sehr wohl bewusst, dass die Ender Talstraße eine Kreissstraße ist. Aber auch in der Vergangenheit hat die Diskussion um diese Straße schon viele Sitzungen des Herdecker Rates und seiner Ausschüsse beschäftigt. Denn die Straße liegt nun einmal auf dem Herdecker Stadtgebiet.“

Mit Gerd Tebben von der SPD ist sich Gerigk einig, dass ein vollständiger Ausbau nicht zur Debatte steht. „Die schweren Unfälle passieren meist im ausgebauten Teil“, sagen die beiden erfahrenen Politiker. Speziell der Sozialdemokrat erinnert sich gut an die Pläne für die N234: Ende der 1970-er Jahre war eine große und durchgehend 12,50 Meter breite Bundesstraße von der Autobahn-Ausfahrt Volmarstein durch Grundschöttel bis in die Nähe des AVU-Gasbehälters (Weltkugel) im Gespräch, fortzusetzen über eine Ruhrbrücke direkt durch das Ender Tal bis zur Wittbräucke. „Die Mehrheit des Kreistags war zunächst dafür, es gab aber viele Widerstände“, berichtet der ehemalige Polizeibeamte Tebben, der von 1980 bis 2004 im EN-Kreistag saß.

Ruhrbrücke am Ortseingang Wetter

Eine Arbeitsgemeinschaft mit Vertretern aus Wetter und Herdecke schlug dem damaligen Landesstraßenbauamt (heute Straßen NRW) einen Kompromiss vor. Beide Städte verhinderten 1981/82 gewissermaßen die große Umgehungsstraße, der Kreistag verwarf den Ausbau. Zudem sollte der Ruhrüberwurf versetzt vom Ender Tal und näher an Wetters Stadtgrenze stattfinden, so wie es Jahrzehnte später tatsächlich umgesetzt wurde.

Die Herdecker SPD mit ihrer Ratsmehrheit befürwortete damals einen maßvollen Ausbau der etwa fünf Kilometer langen Kreisstraße auf der vorhandenen Trasse mit 6,50 Meter Breite. Doch als in den 1980-er Jahre am Abzweig von der Gederner Straße/B226 viele Bäume fielen, war der Aufschrei groß. Eine Interessengemeinschaft forderte über einen längeren Zeitraum: „Hände weg vom Ender Tal“ . Nach der Begradigung der ersten Meter in der Voßkuhle beschloss der Kreistag, rund um die Sägemühle der Natur den Vorrang zu lassen und den Straßenverlauf durch die Aue nicht anzupassen. 1987 wurde die Fahrbahn auf der vorhandenen Trasse befestigt und ausgebessert.

Als damaliger SPD-Ortsvereinsvorsitzender hatte sich Tebben auch dafür eingesetzt, dass im ausgebauten Teil die zulässige Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h reduziert wird. Nach einem Probejahr 1986, als Tempo 70 getestet wurde, hielt der Kreis diese Regelung nach einem Schlichtungsgespräch mit dem Regierungspräsidenten schließlich aufrecht.

Schon damals gab es zudem Überlegungen für Radfahrer. Bis heute könnten sie das nicht ausgebaute Teilstück umgehen, indem sie den Wirtschaftsweg durch den Wald von der Sägemühle bis zum Gemeinschaftskrankenhaus nutzen. „Ich wollte den damals als Radweg ausweisen lassen, was der Kreis aber wegen der Verkehrssicherungspflicht ablehnte“, so Tebben. Die EN-Behörde müsste also entweder Teile des Privatgrundstücks im Wald kaufen und ausbauen oder für einen Radweg in den Hang quasi auf der Wittener Seite hineinbauen, da das Tal unbelassen bleiben soll.

Immens hohe Kosten für Radweg

Letztere Lösung, so wurde es Anfang der 1990-er Jahre berechnet, würde Millionen kosten. „Ich weise darauf hin, dass es an der Gederner Straße ja auch keine Anbindung zum Ruhrtalweg gibt und auch die B226 nicht gerade fahrradfreundlich ist“, meint Tebben. Herdeckes Grüne halten es aber für „sehr vernünftig und bedenkenswert“, zwischen Krankenhaus und Sägemühle parallel zur Ender Talstraße einen Radweg zu bauen. Auch dafür sei eine Ortsbesichtigung zwischen Sägemühle und Krankenhaus sinnvoll.