Die drei Damen von der Stange

Janina Weber hält in ihrem Garten Hühner: Lotta Dotta, Henne Lore und Zelda
Janina Weber hält in ihrem Garten Hühner: Lotta Dotta, Henne Lore und Zelda
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Drei Hennen gackern im Garten von Janina Weber in Wetter. Die Wyandotten liefern nicht nur leckere Eier für die Familie aus Wetter, sondern auch Unterhaltung. Denn die Hühner sind sehr zutraulich.

Grundschöttel..  Was für ein Stress! Erst Sturm Niklas, dann das Osterfest mit dem merkwürdigen Drang der Menschen, mehr Eier als gewöhnlich zu verzehren und nun auch noch die Presse – Zelda, Lotta Dotta und Henne Lore hätten allen Grund ein wenig mürrisch zu gackern. Doch die drei Hühner genießen lieber die Sonne, scharren mit den Füßen in der Erde und picken ein paar verstreute Körner auf. So ein Hühnerleben kann schön sein, wenn man eine Stange in einem Grundschötteler Garten sein eigen nennt und nicht mit hunderttausend Artgenossen in einem künstlich ausgeleuchteten Stall eingepfercht ist.

Ein Hühnerleben, wie man es kaum noch kennt. Mit der Dämmerung ziehen sich die drei Hühnerdamen in ihren Stall zurück, klettern die Hühnerleiter zu den strohgefüllten Nestern hinauf und betten sich zur Ruhe. Bis sich am nächste Morgen die Klappe zum Freilauf automatisch wieder öffnet. Ein Komfort, auf den Lotta, Henne und Zelda wahrscheinlich nur wenig Wert legen, denn auch ohne elektrischen Türöffner hat es funktioniert. „Da sind wir jeden Morgen bei Sonnenaufgang aufgestanden und haben die Hühner herausgelassen“, sagt Janina Weber. „Auch am Wochenende!“

Automatisches Tor

Das Schiebetor samt Zeitschaltuhr hat den schlaflosen Hühnerbesitzern ein Züchter aus dem Rassegeflügelverein empfohlen. „Seitdem können wir auch einmal ausschlafen“, sagt Janina Weber, die im vergangenen Herbst aufs Huhn gekommen ist. „Ich bin sowieso immer viel im Garten und in der einen Ecke war noch Platz für einen Stall“, sagt die 32-Jährige, die zu ihrem Bürojob den Ausgleich in der Natur sucht und findet. „Und die frischen Eier waren natürlich auch ein Argument.“

Davon gibt es zwei bis drei am Tag. Braune Eier, die mit lautem Gegacker angekündigt werden, dann aber achtlos im Stroh liegen bleiben. „Unsere Wyandotten sind Legehühner und haben keinen Hahn“, erklärt Weber. Es geht also nicht um Nachwuchs. „Den Hahn wollte uns der Züchter gratis mitgeben“, erinnert sie sich an den Hühnerkauf. Doch aus Rücksicht auf die Nachbarn habe man lieber verzichtet. Und auf den Vorschlag, den Hahn doch nach dem ersten Schrei in die Suppe zu tun, sei man auch nicht eingegangen, sagt Janina Weber und schüttelt den Kopf. Kein Gedanke!

Pflegeleicht und zutraulich

Also zurück zu den Hühnern. Die sind typische Anfängerhühner, pflegeleicht und zutraulich. Janina Weber muss nur mit ein paar Salatblättern ins Gehege kommen und schon sind die drei Damen zur Stelle. „Radicchio mögen sie am liebsten“, sagt die 32-Jährige. Doch auch aus der Küche gibt es so manche Leckerei, was Webers Lebensgefährten Matthias Peitz schon einmal neidisch werden lässt. Auch wenn getrocknete Mehlwürmer nicht so ganz sein Fall sind, für Lotta Dotta, Henne Lore und Zelda werden auch schon einmal Stampfkartoffeln, Nudeln oder eingeweichtes Brot mit Müsli serviert. „Und wenn sie erkältet sind, gibt es geriebene Zwiebel“, kennt sich Janina Weber inzwischen in der Hühnerpflege bestens aus. Wertvolle Tipps gibt es immer von den Kollegen aus dem Zuchtverein, die inzwischen wieder mehr Mitglieder begrüßen können. „Hühner sind im Kommen“, so die Erfahrung von Janina Weber. Allerdings eher als Eierlieferanten denn für die Rassegeflügelschau. „Obwohl unsere Damen natürlich auch dafür taugen würden“, sagt sie. „Sie sind auf jeden Fall die schönsten!“