Der Weg zum Elberg wird schwierig

So könnte der Steg an der Brücke über den Radweg aussehen. Die eingezeichnete Rampe müsse aber flacher ausgeführt werden, so die Planer der Stadt.
So könnte der Steg an der Brücke über den Radweg aussehen. Die eingezeichnete Rampe müsse aber flacher ausgeführt werden, so die Planer der Stadt.
Foto: Ing.-Büro für Bautechnik E. Heymer/S-Projekt Wetter (Ruhr) GmbH
Was wir bereits wissen
Bei den Planungen für das Baugebiet „Auf dem Elberg“ gestaltet sich Frage, wo der Bauverkehr rollen soll, sehr schwierig. Ein Wirtschaftsweg steht derzeit nicht zur Verfügung. Und die Straßen sind sehr eng.

Wengern..  Es geht um 44 Neubauten und um die Anliegen der Anwohner rund um die Höltkenstraße. Ein begrenztes Interesse könnte man dem Baugebiet Am Elberg zuschreiben, doch lässt sich an dem Verfahren exemplarisch zeigen, wie die Verwaltung Bürger beteiligen kann. Gut drei Dutzend Anlieger trafen sich in einem Workshop mit Planungsexperten und Vertretern der Verwaltung, um vor allem das Thema Verkehr zu diskutieren. Wenige Wochen zuvor hatte es eine Bürgerversammlung gegeben, zu der über 100 Menschen in die Elbschehalle gekommen waren. Einige Anregungen, die an diesem Abend von Bürgern gegeben wurden, hat die Verwaltung nun noch einmal mit ihren Vor- und Nachteilen zur Diskussion gestellt.

15 000 Lastwagen

Dass das Baugebiet kommt, darin waren sich bei dem erneuten Treffen alle einig. „Wir haben hier alle irgendwann gebaut, da können wir nicht dagegen sein, dass andere das auch tun“, fasste einer der Anlieger die Stimmung zusammen. Nur das „Wie“ der Baumaßnahme treibt die Menschen dazu, sich aktiv zu beteiligen. Denn um 44 Häuser zu errichten, Straßen und Kanäle zu bauen, ist über Jahre mit einer erhöhten Verkehrsbelastung vor allem durch Lkw zu rechnen. Über 15 000 Fahrten zur Baustelle hin und wieder weg – das ist die Prognose von S-Projekt, der Sparkassentochter, die den Elberg erschließen will. Erste Erkenntnis der Verwaltung: „Es ist sinnvoller, den Bauverkehr Richtung Elberfelder Straße abzuwickeln“, so Manfred Sell, Fachbereichsleiter Bauen und Planen.

Weg für den Viehtrieb

Doch auch hinter dieser Variante stehen noch viele Fragezeichen. Denn – wie von Bürgern vorgeschlagen – auch den Wirtschaftsweg des Bauern zu nutzen, scheidet nach derzeitigem Stand aus. „Dieser Weg ist erstens nicht dafür gebaut, so viel Lkw-Verkehr aufzunehmen“, sagt Arndt Schulte-Elberg, „und wir brauchen ihn für die Bewirtschaftung des Hofes.“ Rechts und links des Weges grasen die 90 Milchkühe der Familie, „der Weg wird also auch für den Viehtrieb genutzt“, so Schulte-Elberg. Auch reiche weder die Breite aus („der Weg ist 2,50 Meter breit, da rollen die Lkw-Reifen schon auf dem Rand“) als auch in der Länge: „Bis zum geplanten Baugebiet müsste dann noch eine zusätzliche Baustraße gebaut werden“, so der Bauer. Er wundert sich, dass die Frage der Zu- und Abfahrt zum Baugebiet erst jetzt diskutiert wird. „Es war bei den Gesprächen mit mir nie eine Thema, dass ich eventuell meinen Weg zur Verfügung stellen soll.“

Ausweichstellen schaffen

Eine Alternative sehen Verwaltung und S-Projekt im teilweisen Ausbau der Höltkenstraße. „Hier müssten Ausweichstellen geschaffen werden, um einen geordneten Verkehrsfluss zu gewährleisten“, so Frieder Altrogge von S-Projekt. Eine Variante, die einigen Anwohnern Sorge bereitet. „Es ist schon jetzt schwierig, dort mit einem Kinderwagen zu gehen, wenn ein Auto kommt“, so eine Anliegerin. „Was passiert dann, wenn da jede Menge Lkw fahren?“ Zudem sei in dem Wohngebiet eine Außenwohngruppe der Evangelische Stiftung angesiedelt. „Diese Menschen wären mit einem solchen Verkehr vollkommen überfordert.“

Was also tun? „Prüfen Sie alle Ideen, auch die im ersten Moment vielleicht unmöglich erscheinenden“, regte ein Anwohner an. Eine Ampel oder eine Einbahnstraßen-Regelung wären solche Alternativen. Die Einbahnstraße bringt auch Arndt Schulte-Elberg ins Gespräch. „Das könnte man ja auch noch zeitlich begrenzen, für die Arbeitszeiten auf der Baustelle.“

Ein nächster Workshop zum Thema Entwässerung ist bereits geplant. Fachbereichsleiter Manfred Sell will dann aber das Thema Baustellen-Verkehr noch einmal aufgreifen. „Mit genaueren Ausarbeitungen zu ihren Anregungen.“ Außerdem soll auf eine mögliche Anwohnerbeteiligung beim Ausbau des Kanals eingegangen werden.