Der Stadtteil Ende bekommt kein Jugendcafé

Gegen die Schließung des Jugendzentrums Mittendrin in Ende gab es 2010 heftigen Protest. Mittlerweile gibt es ein neues Konzept für die offene Jugendarbeit der Stadt in Herdecke. Ein Jugendcafé für Ende hat darin keinen Platz.
Gegen die Schließung des Jugendzentrums Mittendrin in Ende gab es 2010 heftigen Protest. Mittlerweile gibt es ein neues Konzept für die offene Jugendarbeit der Stadt in Herdecke. Ein Jugendcafé für Ende hat darin keinen Platz.
Foto: WR
Was wir bereits wissen
Der Jugendhilfeausschuss in Herdecke bekräftigt die neue Konzeption für die offene Jugendarbeit mit einem zentralen Angebot am Bachplatz.

Herdecke..  Jahrelang hat das Thema die Politik in Herdecke beschäftigt. Jetzt hat der Jugendhilfeausschuss einen Schlussstrich unter die Diskussion gezogen: Es wird kein Jugendcafé in Ende geben, nachdem das städtische Jugendzentrum „Mittendrin“ im Jugendzentrum am Bachplatz aufgegangen ist.

Weil das Gelände mit früherer Grundschule im Dorf und Jugendzentrum Mittendrin verkauft werden soll, wurde das Haus am Berge geschlossen. Ein neues Konzept sah die Konzentration der Jugendarbeit am Bachplatz in Herdecke und die Anbindung der offenen Arbeit für Kinder an zwei Grundschulen vor. Mittlerweile ist das Konzept umgesetzt und aus Sicht der Verwaltung erfolgreich. Einen Bedarf für ein zusätzliches Jugendangebot im Bereich Kirchende und Westende sieht sie nicht. Hier leben 632 Jugendliche, im gesamten Stadtgebiet sind es rund 1800. Dieter Joachimi, Beigeordneter für Jugend und Soziales: „Wir haben auch so die Wünsche der Jugendlichen getroffen.“

Nur Gemeinde bereitete Angebote

Zunächst hatte die Stadt mögliche Kooperationspartner für ein Jugendcafé im Stadtteil gesucht. Einzig die evangelische Kirchengemeinde unterbreitete ein Angebot, für das auch Finanzmittel im städtischen Haushalt bereitgestellt wurden. Zu einer Vereinbarung zwischen Stadt und Kirche aber kam es nicht, auch nicht, als die Kirche bei Konzept und Finanzbedarf noch einmal abspeckte. Zuletzt bekam die Verwaltung den Auftrag aus dem Fachausschuss, die Chancen für eine doch wieder städtische Jugendarbeit in den Räumen der Vinkenberggrundschule. Die Prüfung fiel eindeutig aus: Vom Platz her ungeeignet und in der Sache überflüssig.

CDU will „Deckel nicht zuklappen“

Das neu ausgebaute und ausgerichtete Jugendzentrum am Bachplatz wird gut angenommen, auch über die Eröffnungsphase hinaus. Daran gab es im Ausschuss keine Zweifel. Belegt wurde das auch mit Zahlen. Die gibt es auch für die Herkunft der Besucher. Als Ergebnis stichprobenartiger Befragungen „kann festgehalten werden, dass rund 30 bis 40 Prozent der Jugendlichen aus dem Bereich Kirchende/Westende kamen.“ Während das für die Verwaltung belegte, „dass auch zukünftig ein Standort für die städtische Jugendarbeit ausreichend ist“, wollte Sabine Herrmann „den Deckel noch nicht grundsätzlich zuklappen“. Sie sitzt für die CDU als sachkundige Bürgerin im Jugendhilfeausschuss. Für ein zusätzliches Angebot eines anderen Trägers konnte sich auch Sven Delbeck ausreichenden Bedarf im Stadtteil vorstellen. Der Vorschlag, nur einem städtischen Jugendcafé eine Absage zu erteilen, nicht aber einem Café mit Kooperationspartner, fand keine Mehrheit. Ausschussvorsitzende Karin Striepen (SPD) wollte „die Diskussion über die Konzeption nicht noch einmal von vorne anfangen“ und damit auch über die Konzentration. Sie entspreche den Wünschen der Jugendlichen und laufe mit Erfolg.