Der singende Polizist aus Wetter gibt seine Uniform ab

So kennen ihn die Leute: Werner Koch, der singende Polizist aus Wetter (hier mit seiner Puppe Willi Brömmelskamp), hat für das Foto ein letztes Mal seine Uniform angezogen.
So kennen ihn die Leute: Werner Koch, der singende Polizist aus Wetter (hier mit seiner Puppe Willi Brömmelskamp), hat für das Foto ein letztes Mal seine Uniform angezogen.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Werner Koch aus Wetter, bei Groß und Klein gleichermaßen bekannt als singender Polizist, Puppenspieler und Entertainer, wird Montag in den Ruhestand verabschiedet.

Wetter.. Er ist Moderator und Entertainer, Sänger und Seniorenberater, Akkordeonspieler und Verkehrskasper, Puppenspieler und Polizist – kurzum ein echter Tausendsassa. Und bekannt wie der sprichwörtliche bunte Hund. In diesem Monat wird er 62, und damit endet seine offizielle Dienstzeit. Kann man sich kaum vorstellen, dass er in den Ruhestand geht. Wer? Ach so, Werner Koch natürlich, der singende Polizist.

Grundausbildung bei der Polizei in Bochum

Geboren in Düsseldorf, aufgewachsen in Wetter, absolvierte Werner Koch Anfang der 1970er Jahre seine Grundausbildung bei der Bereitschaftspolizei in Bochum. Es folgten einige Jahre Streifendienst in Wetter und Herdecke. „Da wurde es interessant; denn Wolfgang Hermes war damals Wachleiter und komponierte und textete in seiner Freizeit. Eines Abends bat er mich zu sich, schnallte sein Akkordeon um und spielte mir die Lieder ,Der kleine Sheriff’ und ,Mein Vater ist ein Kerl’ vor. Dann fragte er mich, ob das nicht auch was für mich wäre“, erinnert sich Koch, der sofort zusagte.

Reuterhaus „Hermes machte Texte und Musik, ich gab meine Stimme und die Tornados setzten das im Tonstudio um.“ Der singende Polizist war geboren, der auch gleich Erfolge feiern konnte: Die Sparkasse sponsorte 10.000 Singles, der WDR wurde aufmerksam und verfilmte die Entstehung der ersten Verkehrserziehungslieder für „Hier und Heute“ – lange bevor Rolf Zuckowski seine Schulweg-Hitparade herausbrachte.

Es folgte der Sprung zu Puppenbühne. „Der Kreis suchte damals Kollegen, die sich zutrauten, Puppentheater zu spielen. Daraufhin haben wir uns zu fünf Kollegen zusammengerauft und eine alte Puppenbühne aus dem Kreishaus wieder ertüchtigt. Das erste Stück haben wir selber geschrieben und vor 400 Kindern in Schwelm aufgeführt.

Hund Wuschel der Liebling der Kinder

20 Jahre war der Verkehrskasper im Dienst, dann folgte eine Polizeipuppe, die natürlich immer eine aktuelle Uniform trug“, erzählt Werner Koch. „Wuschel, der Hund, ist bis heute der Liebling der Kinder. Er ist ein guter Freund des Polizisten und so etwas wie der Erklärbär.“

Die Stücke drehten sich schwerpunktmäßig um das richtige Fahrradfahren im Straßenverkehr und das Überqueren einer Straße. „Damit sind wir dann durch den EN-Kreis mit seinen etwa 50 Schulen und 130 Kindergärten getingelt.“

Fast 40 Jahre war Werner Koch im Verkehrserziehungsdienst

Wie vielen Kindern Werner Koch in den beinahe 40 Jahren seines Verkehrserziehungsdienstes zu mehr Sicherheit im Straßenverkehr verholfen hat, das kann er nur raten. „Über 500 000 Kinder müssen es auf jeden Fall gewesen sein. Und eines davon ist jetzt mein Chef. Dirk Happe hatte als Fünfjähriger sogar meine Single“, lacht Koch.

Beim Kommissariat Vorbeugung hat das fünfköpfige Dreamteam aus Manfred Michalko, Günter Hauck, Reinhard Masuch, Günter Grebe und Werner Koch viel experimentiert: Sie bauten die Fernsehshow „Der große Preis“ mit einer Multivisionswand nach und ließen Schulen gegeneinander antreten, und sie holten Ilse Werner und Lou van Burg zu Seniorenveranstaltungen.

Polizei Für Aufklärungsarbeit mit Senioren, die zunehmend an Bedeutung gewann, erfand Werner Koch schließlich seinen Begleiter Willi Brömmelskamp, in dem sich die Senioren schmunzelnd wiederfinden konnten. Die Arbeit mit Menschen im Alter von 3 bis 103 Jahren, die habe ihn immer fit und flexibel gehalten, ist Koch überzeugt.

Dabei gab und gibt es in seinem Leben weitaus mehr als den Polizeidienst. Neben Frau Silke und Tochter Daniela sind da noch seine Hobbys – Singen, Kochen, Fahrradfahren. Am Montag, 15. Juni, wird der Wetteraner offiziell vom Landrat verabschiedet wird. Traurig ist er deswegen nicht, denn Senioren-Infoveranstaltungen wird er auf jeden Fall weitermachen („Man kann mich buchen“).

Oft mit der Quetsche am Medienhafen Düsseldorf

Und manchmal, wenn es ihm gerade nichts anderes in den Sinn kommt, fährt er einfach mit dem Zug zum Düsseldorfer Medienhafen: „Dann setze ich mich in den Sonnenuntergang, hole meine Quetsche raus und singe. Je nach Stimmung Yesterday oder Hey Jude oder auch Lederhosenmusik, wenn Bayern vorbeikommen.“ Einen Hut suchen seine Zuhörer allerdings vergebens.