Der Konflikt Mensch – Tier

Herdecke/Witten..  In der Bürgeruniversität am heutigen Montag spricht der Historiker Prof. Dr. Friedrich Jaeger über die kulturwissenschaftlichen Perspektiven und ethischen Probleme der Beziehung von Mensch und Tier. Der Vortrag findet ab 20 Uhr im Haus Witten, Ruhrstraße 86, statt.

Laut Einladungstext fehle es nicht an Konfliktstoffen in der Beziehung Mensch-Tier: Wachsende Proteste gegen Tierversuche und die industrialisierte Massentierhaltung, die Debatten um das Wohlergehen von Tieren und den Tierschutz als Ziel staatlichen Handelns sowie die Aktivitäten von Tierschutz- und Tierbefreiungsbewegungen sind dabei wichtige Themen.

Vegan leben und Naturschutz

Aber auch die Ausbreitung veganer Lebensstile und der Trend zum Fleischverzicht, eine hoch emotionale Haustier-Kultur, sowie schließlich die Kritik an der Plünderung der Weltmeere und der Zerstörung natürlicher Lebensgrundlagen von Wildtieren durch Abholzung des Regenwaldes oder durch die Folgen des Klimawandels lassen sich demnach in diesem Zusammenhang anführen.

Die aktuellen und historischen Beziehungen zwischen Menschen und Tieren werden in den Kulturwissenschaften derzeit intensiv diskutiert. „Damit reagiert die Wissenschaft auf gesellschaftliche Probleme, neue kulturelle Lebensstile und politische Auseinandersetzungen. Alles deutet darauf hin, dass sich unser Verhältnis zu Tieren gegenwärtig auf tiefgreifende Weise verändert und daher neu geordnet und legitimiert werden muss“, so Jaeger. „Es geht um Ethik und Moral im Umgang mit den Tieren, Fragen, die bisher eher im Umgang der Menschen untereinander diskutiert wurden.“

Friedrich Jaeger ist u.a. Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Kulturwissenschaftlichen Institut in Essen und seit 2008 außerplanmäßiger Professor für Neuere Geschichte an der Fakultät für das Studium Fundamentale der Universität Witten/Herdecke.