Das "MiTTendriN" soll bleiben
16.04.2010 | 20:10 Uhr 2010-04-16T20:10:00+0200
Rund 150 Demonstranten für den Erhalt des Jugendzentrums „MiTTendriN” zogen Freitagnachmittag von Ende zum Herdecker Rathaus. Hier wurden sie noch einmal um gut 50 verstärkt. Jan-Christoph Schaberick von der Initiative „Rettet das MiTTendriN” zeigte sich „superzufrieden” mit dem Zulauf.
Vor dem Jugendzentrum in Kirchende haben sie sich zum Protestmarsch versammelt: Kinder halten Plakate hoch, Jugendliche ziehen ein Spruchband stramm, Eltern stimmen mit ein in die Sprechchöre zum Erhalt des Jugendzentrums. Da sind aber auch die Lehrerinnen der Albert-Schweitzer-Förderschule, die ganz und gar nicht mit einem Abriss des Jugendzentrums einverstanden sind, und immer wieder Senioren. Sie sind mit im Boot, weil das Sparpaket, dem das Jugendzentrum zum Opfer fallen soll, auch ihre Zukunft verdunkelt hat.
77 Unterschriften umrahmen ein Foto aus dem Innenleben des Jugendzentrums, mit dem sich Julien Kieke auf den Protestweg macht. „Jeden Tag bin ich hier, esse über Mittag, spiele Billard”, sagt der Zwölfjährige. Das gerahmte Foto solle die Bürgermeisterin an den Demonstationszug erinnen, sagt Jan-Christoph Schaberick bei der Abschlusskundgebung auf dem Stiftsplatz eine Dreiviertelstunde später. So lange hat der Marsch über den Kallenberger Weg hinab in die City gedauert - also nichts für einen Fußweg, sollte das „MiTTendrin” einmal ersatzlos gestrichen werden.
Darum gehe es gar nicht, haben die Befürworter des Sparbeschlusses im gelb-grün-schwarzen Lager bereits beteuert. Und doch hält Karin Steisch mit Kritik nicht hinter dem Berg. Die 61-Jährige hat schon die Methode gestört, mit der hier Politik durchgesetzt werden sollte. „Hinterhältig” nennt sie's, wie die Öffentlichkeit vor vollendete Tatsachen gestellt werden sollte. „Sie betreiben Sozialkahlschlag - nachhaltig”, steht auf dem Plakat, das sie empor hält. Aber das Jugendzentrum ist ihr auch konkret ganz wichtig. Weil sie das Internetangebot für Senioren gern nutzt.
„Wie mein
Zuhause”
„Das MiTTendriN bleibt”, verkündet Rene´ Weber in großen Buchstaben. Wie andere Jugendliche aus dem Jugendzentrum auch hat er fleißig Unterschriften dafür gesammelt, dass sein Plakatspruch mehr als ein frommer Wunsch bleibt. Ohne Jugendzentrum bleibt doch für viele Jugendlich nur die Straße, glaubt Klara Niermann. Die 15-Jährige kämpft für das „MiTTendrin”, „weil das wie mein Zuhause ist”. Lia Laukien (16) und Sarah Buse (17), die wie sie mit einem Transparent unterwegs sind, stimmen zu.
Der Stadtteil braucht ein offenes Angebot für Jugendliche, und er braucht es am jetzigen Ort. So sehen es viele der Demonstranten, und auch für Jan-Christoph Schaberick gibt es keine Alternative - auch weil das Jugendzentrum mit anderen Einrichtungen verzahnt ist. „Nehmt uns nicht das MiTTendriN und unsere zwei Klassenräume”, hält Ingrid Reuter als Botschaft in die Luft. Sie ist eine von fünf Lehrerinnen der Albert-Schweitzer-Schule, die sich dem Protestzug angeschlossen haben. Ihre Schule, das MiTTendriN und die Grundschule im Dorf bilden einen großen Gebäudekomplex. Die Albert-Schweitzer-Schule würde sogar drei weitere Räume verlieren, sagen die Lehrinnen. Dann nämlich, wenn der Grundschultrakt und das Jugendzentrum tatsächlich abgerissen und die Fläche zur Aufbesserung der Stadtkasse verkauft würde.
AWo-Senioren
„hängen in der Luft”
Jahrelang waren „MiTTendriN” und AWo in einem Haus untergebracht. Mit dem Umzug an den jetzigen Standort vor gar nicht mal so langer Zeit schien die Zukunft fürs Jugendzentrum geklärt, und auch die Senioren hatten Aussicht auf ein neues Quartier. Aber auch die scheint als Folge von Sparmaßnahmen zerschlagen. „Das hängt alles in der Luft”, sagt Elke Niggemann, die nicht als Einzige in dem Demonstrationszug ein AWo-Schildchen am Pulli trägt. Von der AWo stammen auch Bierzeltgarnituren und Grills auf dem Stiftsplatz. Man hat sich ja auch schon früher gerne geholfen.
Wenn die letzte Grillkohle längst wieder ausgekühlt ist, will die Initiative zum Erhalt des MiTTendriN die nächsten Schritte der Politik genau verfolgen. Über die Zukunft des Jugendzentrums muss wegen eines Fehlers in der Form noch einmal entschieden werden. Die Beratungen laufen an.
08:16
Das ist ja ungefähr so als müsste sich ein grüner Politiker, der ein Solarpanel auf dem Dach des Bahnhofes als zukunftweisend ansieht *frotzel*, zwischen einem Porsche und einem VW Phaeton entscheiden... :o! Abgesehen davon – was kostet so eine Anlage? Und wie soll sie finanziert werden? Da fragt man sich doch – wo ist der Sparwille? Aber das nur am Rande!
Also - aktiver Umweltschutz funktioniert nicht durch Kompensation - aber das scheint Grün in Herdecke nicht verstanden zu haben! Die Grünen, die ich aus meiner Kindheit kenne, kamen mit einem Fahrrad zum Bundestag nicht im Porsche, somit haben sie sich Respekt verschafft! Anders zu sein als die Herren im Anzug war die Devise! Umweltfreundlich und für das Volk - aber die Zeiten gibt es anscheinend nur noch auf Fotopapier!
08:14
Das ist ja ungefähr so als müsste sich ein grüner Politiker, der ein Solarpanel auf dem Dach des Bahnhofes als Zukunftweisend ansieht *frotzel*, zwischen einem Porsche und einem VW Phaeton entscheiden... :o! Abgesehen davon – was kostet so eine Anlage? Und wie soll sie finanziert werden? Da fragt man sich doch – wo ist der Sparwille? Aber das nur am Rande!
Also - aktiver Umweltschutz funktioniert nicht durch Kompensation - aber das scheint grün in Herdecke nicht verstanden zu haben! Die Grünen, die ich aus meiner Kindheit kenne, kamen mit einem Fahrrad zum Bundestag nicht im Porsche, somit haben sie sich Respekt verschafft! Anders zu sein als die Herren im Anzug war die Devise! Umweltfreundlich und für das Volk - aber die Zeiten gibt es anscheinend nur noch auf Fotopapier!
23:34
herr gerigk hat also die kinder des kijupa vor die wahl gestellt mittendrin oder freibad?
was der sich erlaubt ist eine bodenlose frechheit
23:12
Stefan, würdest du für deinen Job nicht auf die Straße gehen und für den Erhalt kämpfen, wenn du die Möglichkeit hättest? Arbeitest du nicht und bekommst Geld dafür? Und die Karin bei der man im MiTTendriN töpfert heißt auch nicht Steisch. Aber solche Aussagen zeigen m.E. auch die geringe Wertschätzung der Arbeit der MitarbeiterInnen in einer OT. Diese Arbeit ist sehr wichtig. Da geht es auch nicht darum, ob eine Karin für das Töpfern Geld bekommt. Vielleicht mal hingehen, Vorbereitung, Aktion, Nachbereitung etc. anschauen und dann einen neuen Artikel schreiben!
Lars, ... das sehe ich auch so!
12:30
Leute, ich gehöre keiner politischen Gruppierung an, sondern bin nur neugierig, was bei mir in Ende gerade so passiert. Warum glauben hier denn alle, dass nur Personen schreiben, die einer Gruppierung angehören? Der Eindruck, dass diese Initiative eigentlich eine politische Initiative ist, wächst bei mir bei jedem eurer Kommentare und mein Eindruck, dass es hier nicht mehr um das Juze geht, nimmt leider auch zu.
08:25
Zu # 5:
Die SPD hatte der Jamaika-Koalition Gespräche angeboten. Jamaika hat dankend abgelehnt.
Und da erzählst Du hier etwas von konstruktiv an einem Strang ziehen?
Sehr konstruktiv soll ja auch das Gespräch gewesen sein, was die CDU mit der Bürgerinitiative geführt hat.
Grüne und FDP suchen ja bisher keinen direkten Dialog.
Da wird dann erst im Ausschuss oder in der Ratssitzung die Katze aus dem Sack gelassen.
Übrigens gibt es Gegenvorschläge.
Und diese nicht nur von der SPD. Auch die Bürgerinitiative wird sich darüber Gedanken machen müssen, wenn sie ein Bürgerbegehren anstreben will.
Und es ist weiß Gott nicht so, dass man sich in Herdecke wie Herr Gerigk behauptet auf einmal zwischen Freibad oder MiTTendriN entscheiden müsste.
07:01
Da bin ich aber neugierig, wer von Jamaika sich hinter #3 und #5 verbirgt - lasst doch mal die blöden alias Namen weg..... oder habt ihr Angst erkannt zu werden....?
18:17
Ich kann mich #3 nur anschließen. Mittlerweile habe ih leider auch den Eindruck, dass dieses Streitthema von der Opposition aufgebauscht und missbraucht wird, um verlorene Stimmen wieder gut zu machen. Dabei sollten die Genossen meiner Meinung nach einmal ehrlich zu sich selbst sein, welche Sparvorschlge sie bei der drohenden Haushaltskontrolle durch Arnsberg vorgelegt hätten, wären sie bei der Kommunalwahl als Sieger hervorgegangen. Stattdessen höre ich leider nur Stimmungsmache und Parolen. Schade eigentlich - dieses Vorgehen ist zwar gut für die SPD, aber nicht für Herdecke.
In so harten Zeiten sollten alle parteien konstruktiv an einem Strang ziehen nicht unbedingt einer Meinung sein. Wo bleien die guten Gegenvorschläge? alles schlecht kann jeder schreien...
15:55
ja, ein kurzes und deutliches wort der bürgermeisterin an alle beteiligten auf dem stiftsplatz wäre sicherlich gut und auch souverän gewesen. im wahlkampf war sie doch gar nicht so zurückhaltend. und ist sie nicht bürgermeisterin aller herdeckerinnen und herdecker, auch wenn diese jamaikas vorschläge nicht bedingungslos lieben? wie war noch der slogan? ksk konkret - sympathisch - kompetent oder so ähnlich. und was war das herausgestellte besondere plus? unabhängigkeit
13:53
Habe mir mal die Kundgebung angeschaut und musste leider feststellen, dass dort relativ wenige Jugendliche vertreten waren und die anwesenden gehörten auch noch der Politik an. Auch die beiden Stellungnahmen im Artikel finde ich traurig, da auch dort wieder nur die Politik geredet hat. Und dass Karin für den Erhalt ist, ist ja auch klar, schließlich habe ich schon bei ihr getöpfert und sie wird dafür bestimmt auch Geld bekommen....irgendwie weiß ich echt nicht mehr, was ich von dieser Initiative halten soll. :-