Darf Opa mit 85 noch am Steuer sitzen?
18.02.2010 | 15:54 Uhr 2010-02-18T15:54:00+0100„Mein Vater fährt mit seinen 85 Jahren so unsicher Auto, dass wir unseren Kindern schon verboten haben, bei Opa einzusteigen und mitzufahren”, meldet sich eine besorgte Frau bei der Führerscheinstelle des EN-Kreises.
Soll Opa seinen Führerschein abgeben, kann er sogar dazu gezwungen werden?
Das Thema wird kontrovers diskutiert, doch Christian Götte, Leiter der EN-Führerscheinstelle, beruhigt zunächst einmal die Gemüter: „Niemand verliert seinen Führerschein, nur, weil er alt ist.” Unabhängig davon gelte jedoch der Grundsatz, dass jeder „körperlich und charakterlich geeignet sein muss”, um als Autofahrer am Straßenverkehr teilzunehmen.
Der notorische Punktesammler in Flensburg, andere, die es nicht lassen können, sich immer wieder alkoholisiert ans Steuer zu setzen, oder derjenige, dessen körperliche Einschränkungen fortschreiten - sie alle laufen Gefahr, ihren Führerschein zu verlieren.
Das Alter spielt also keine Rolle, und auch unser beispielhafte Opa muss nicht fürchten, dass er nach dem Anruf der Tochter ultimativ und von Amts wegen aufgefordert wird, seinen Führerschein abzugeben. Denn Christian Götte weiß: „Wir haben 90-Jährige erlebt, die waren körperlich und geistig besser drauf als so mancher 60-Jährige.”
Unser Opa wird also zunächst eine freundliche Einladung vom Straßenverkehrsamt erhalten, mit der Bitte, doch einmal vorbeizuschauen. Götte: „Wir wollen ein zwangloses Gespräch führen, wir wollen ohne Druck reden und Vorbehalte ausräumen.” Natürlich steht am Ende ein Eindruck, der die Sorgen der Tochter bestätigt oder als gänzlich übertrieben empfunden wird. Halten sich jedoch die Bedenken, wirkt Opa in seinem Erinnerungsvermögen schwach, fallen auch körperliche Einschränkungen auf, dann geht die Bitte an den Senior: „Besuchen Sie doch mal ihren Hausarzt und lassen sich ein Attest ausstellen.” Erst wenn Opa dieser freundlichen Anregung nicht folgt, wird eine amtsärztliche Untersuchung angeordnet.
Doch angst und bange wird Christian Götte nicht, wenn er an alte und sehr alte Menschen denkt, die noch am Steuer ihres Wagens sitzen: „Sicher, über 80-Jährige sind nicht mehr so reaktionsschnell, fahren dafür aber viel langsamer und mit sehr viel mehr Erfahrung als ein 20-Jähriger über die Straßen.”
„Eigenverantwortung
ist immer löblich”
Insofern hält er auch eine generelle Überprüfung, zum Bespiel aller Führerscheininhaber über 75 oder 80 Jahre, nicht für sinnvoll. Was nicht heißen soll, dass man seine körperliche Fitness regelmäßig auf den Prüfstand stellt und unter Umständen seinen Führerschein freiwillig abgibt: „Eigenverantwortung ist immer löblich.”
Vielleicht war die Tochter nur übertrieben besorgt und Opa darf (natürlich) weiterfahren. Zumal der alte Herr mit viel Zuspruch rechnen darf: Im EN-Kreis leben derzeit 17 800 Menschen, die 80 und älter sind. Sie stellen damit 5,2 % der Gesamtbevölkerung. Im Jahr 2020 werden es sogar über 25 200 sein.
Alles potentielle Führerscheinbesitzer, die langsam und mit viel Erfahrung ein Auto lenken. Und gerne ihre Enkel mitnehmen.
09:37
So werden aus den eigenen Kindern Denunzianten.
Widerlich!
16:59
Herr Götte hat sehr sachliche und richtige Argumente in dem Bericht vorgetragen. Wir haben , wie er richtigerweise sagt Vorschriften ,undzwar die StVZO § 1 Grundregel der Zulassung, §2 Eingeschränkte Zulassung und § 3Einschränkung und Entziehung der Zulassung.
Hier wird nicht vom Alter,Behinderungen usw. gesprochen sondern von den Bedingungen unter denen jemand am Straßenverkehr teilnehmen darf. Da hilft auch ein Hinweis auf Berufskraftfahrer nicht weiter, diese Diskussion ist schlicht und einfach überflüssig .Hier gilt nur eins, wie bei allen anderen Gesetzen, die konsequente Anwendung .Es reicht ja in manchen landlichen Gebieten aus, dass Menschen die aufgrund von gesundheitlichen Beeinträchtigungen ,die Auflage bekommen, nur zu bestimmten Zeiten bestimmte Strecken fahren zu dürfen und diese Auflage kann sogar befristet sein
08:37
#5 G.L. Text:
Ein Blick in die Unfallstatistiken, Studien von Versicherungen und Veröffentlichungen des ADAC zeigt, dass junge Autofahrer bis 25 Jahre ein erheblich höheres Risiko haben als ältere Autofahrer.
Antwort: Ganz schlau, ältere Menschen bewegen ihre Fahrzeuge auch wesentlich seltener als junge berufstätige Menschen.
Die auf ihr Fahrzeug angewiesen sind müssen es bei Wind und Wetter tägl. nutzen. 25.000km sind da keine Seltenheit.
Rentner ? Arzt,Einkauf,Tanztee... ( wie geschrieben im Normalfall).
Diese Statistiken sind für die Bremstrommel
07:32
Ein Blick in die Unfallstatistiken, Studien von Versicherungen und Veröffentlichungen des ADAC zeigt, dass junge Autofahrer bis 25 Jahre ein erheblich höheres Risiko haben als ältere Autofahrer.
Bemerkenswert ist, dass über Unfälle mit Beteiligung älterer Menschen in viel stärkerem Maße debattiert wird, als dies bei einer Beteiligung mit jüngeren Menschen geschieht. Bei älteren Autofahrern wird voreilig und pauschal Fahruntüchtigkeit unterstellt, sobald sie in einen Unfall verwickelt sind. „Dieser Reflex“ weist uns auf festsitzende, negative Altersbilder hin, denn fachlich gibt es für diese pauschalen Annahmen keine Beweise. Entscheidend für ein sicheres Verkehrsverhalten ist nicht das Lebensalter, sondern in erster Linie der Gesundheitszustand.“
„Überprüfungen der Fahrtüchtigkeit sind grundsätzlich legitim – aber nur, wenn sie für alle Altersgruppen gelten“ Spezielle gesetzliche Regelungen, eine Altersbegrenzung oder gar medizinische Pflichtuntersuchungen lehne ich als diskriminierend ab, wenn sie Menschen allein wegen ihres Lebensalters betreffen.
22:35
Wie bei Berufskraftfahrern. Bis 50 alle 5 Jahre, und ab 50 alle 2 Jahre. Find ich nicht schlecht, erhöht die Sicherheit ungemein. Damit meine ich aber nicht nur Omi & Opi`s sondern auch Leute die gerne mal einen über den Durst Trinken oder leicht angekifft fahren, diese werden dann auch auf den Straßen etwas weniger werden, so das die Sciherheit allgemein besser werden müsste.
22:16
Geht ja auch nicht anders,möglich wäre doch vielleicht Test in gewissen Zeitabständen wie z.b. alle 2 Jahre beim TÜV:)
20:19
ich bin für Einzelfall Entscheidungen ;)
19:37
Schon nach der Überschrift freue ich mich auf eine lebhafte Diskussion. ich tippe auf 15 Beiträge mit für und wider Argumenten.