Dankbarkeit ist mehr als ein Wort

Von unseren Eltern haben wir es sicherlich alle als Kinder gelernt: Sie bemühten sich, uns das Wort „Danke“ beizubringen und freuten sich, wenn das Wort ausgesprochen wurde. Erinnern Sie sich noch? Das waren die ersten Schritte auf dem Weg zur Dankbarkeit. Und welchen Wert hat das Wort „Danke“ heute noch? Erleben wir nicht alle, dass dieses Wort oft fehlt und mehr die „Forderung“ oder das Einfordern von Leistungen unseren Sprachschatz füllt?


Dankbarkeit ist noch mehr als nur das Wort. Dankbarkeit ist eine Grundstimmung, ein positives Gefühl, eine Herzenseinstellung. Manchmal ist auch nötig, nach der Dankbarkeit zu „graben“. Sicherlich erleben wir alle auch bittere Stunden in unserem Leben, in denen es schwer fällt, diese Grundhaltung zu bewahren. In solchen Augenblicken fällt es schwer, dankbar zu sein. Oft wird dann die Frage gestellt: „Warum?“ oder „Warum gerade ich?“ Hilfreich ist, sich dann vor Augen zu führen, dass der allmächtige Gott kein Mensch ist und keine menschlichen Forderungen stellt. Und aus Liebe zu den Menschen seinen Sohn Jesus Christus auf die Erde sandte, um für uns Menschen erfahrbar und durch den Glauben erfassbar zu werden.


Jesus Christus hat vor der Erweckung von Lazarus eine besondere Grundhaltung an den Tag gelegt: Er war traurig, seinen Freund nicht mehr unter sich zu haben. Doch bevor der Stein des Grabes weggerollt wurde, sagte er: „Vater, ich danke dir, dass du mich erhört hast.“ Uns Menschen ist ein solches Erfolgserlebnis nicht immer vergönnt, und Gott erhört nicht immer unsere Bitten und Lösungsvorschläge. Aber die Sicherheit, dass er als Gott und Vater uns auf unserem Lebens- und Glaubensweg begleitet, führt uns in die Dankbarkeit. Für alles können wir sicherlich nicht dankbar sein, aber in allem. Interessant ist auch, was Dank bzw. Dankbarkeit auslöst. Studien belegen einen Zusammenhang mit dem Wohlbefinden. Dankbare Menschen sind glücklicher, weniger unter Stress und zufriedener mit ihrem Leben.


Der Rat des Psalmisten „Lobe den Herrn meine Seele und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat“ zeigt auch, dass wir beim Danken manchmal Nachdenken müssen. Es ist nur ein kleiner Schritt, im Wort „danken“ das „a“ durch den Buchstaben „e“ zu ersetzen. Jeden Morgen einmal innehalten und nachdenken – das führt zur Dankbarkeit.