Dank der Lichtburg geht an die Aktiven

Sie engagieren sich für die Lichtburg: Mitarbeiter und Helfer aus dem Büro, dem Stadtsaal, Reinigungskräfte, Filmvorführer, Techniker und Thekenmitarbeiter waren zum Neujahrsempfang eingeladen.
Sie engagieren sich für die Lichtburg: Mitarbeiter und Helfer aus dem Büro, dem Stadtsaal, Reinigungskräfte, Filmvorführer, Techniker und Thekenmitarbeiter waren zum Neujahrsempfang eingeladen.
Foto: Günter Lehn
Was wir bereits wissen
Kultur in Wetter ist ohne die engagierten haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter der Lichtburg nicht denkbar. Das wissen auch Vorstand und Geschäftsführung des Vereins und sagten nun allen Dank.

Wetter..  Ein Neujahrsempfang dient in der Regel dazu, Mitarbeitern und Förderern Dank zu sagen. Christian Müller-Espey, Geschäftsführer der Kulturinitiative Lichtburg in Wetter, nutzte die Zusammenkunft aller Aktiven denn auch, um ihnen für ihr Engagement zu danken. „Ohne Euch wäre die Lichtburg wie der Mond, ohne Leben, kalt und unsichtbar. Es sind die Wärme und Begeisterung, das verlässlich beherzte Geben, die unsere Lichtburg durch uns alle mit Leben erfüllt, zum Leuchten bringt. Dafür danke ich Euch“, fand Müller-Espey warme Worte in einer Zeit, in der sich im Kulturbetrieb niemand in die bequeme Ecke kuscheln kann. Denn nicht nur der wetterschen Initiative weht kalter Wind um die Nase: Gleich an drei Stellen machen wegfallende Fördermittel und steigende Löhne die Kulturarbeit schwieriger.

Ende für Bürgerarbeiter

„Das ist ein Zustand, den ich seit 15 Jahren kenne“, sagt der Lichtburg-Geschäftsführer vermeintlich entspannt. Doch die Tatsache, dass er sich mit dem Ende des Jahres auch von Mitarbeitern trennen musste, lässt auch den im Förderdschungel erfahrenen Kulturmanager nicht kalt. Schließlich gehe es mit dem Auslaufen von Förderprogrammen nicht nur um einen Kostenfaktor, sondern auch um Menschen, die zum Team gehörten.

Zwei so genannte Bürgerarbeiter, die mit jeweils 30 Stunden im Team der Lichtburg angestellt waren, können nicht weiter beschäftigt werden. Diese ehemals Langzeitarbeitslosen fallen also in die Arbeitslosigkeit zurück. „Und kosten dort vermutlich ebenso viel, wie die Förderung ausgemacht hat. Es fehlt ihnen aber gesellschaftliche Integration und Anerkennung“, sieht Müller-Espey die Beschränkung auf zeitlich befristete Fördermaßnahmen kritisch.

Eine politische Diskussion, die der Lichtburg-Geschäftsführer nicht führen kann. Stattdessen muss er sich bemühen, neue Wege der Finanzierung zu finden, um als Kulturdienstleiter für die Stadt Wetter im Geschäft zu bleiben. Gemeinsam mit dem Vereinsvorstand werde man sich Anfang Februar zu einer Klausurtagung treffen, um für die kommenden Jahre zu planen. Mit in den Blick gerät dabei auch das Thema Mindestlohn, das auch die Finanzplanung der Lichtburg berührt. „Es ist richtig, dass es gesetzlich vorgegeben wird, aber wir müssen die 8,50 Euro erst einmal stemmen“, so Müller-Espey. Betroffen sind vor allem die Thekenkräfte, die bei Veranstaltungen für die Bewirtung der Gäste sorgen.

Nicht aufgeben, so könnte man das Motto für die Geldbeschaffung im freien Kulturbetrieb benennen. Ein Beispiel: Die Lichtburg versucht in diesem Jahr im dritten Anlauf, einen Zuschuss zur Gründung einer Jugendfilminitiative zu erhalten. „Zwei Mal sind wir damit in die Haushaltssicherung des Landes geraten“, so Müller-Espey. Nun starte man einen weiteren Versuch.

Christian Müller-Espey ist dabei zuversichtlich, dass auch in schwierigen Zeiten das Thema Kultur in Wetter nicht aufs Abstellgleis gerät. „Immer wieder ändern sich die Bedingungen, aber uns gibt es immer noch.“