Dämmung löst sich nach dem Sturm von der Hausfassade

Herdecke..  Der Sturm „Niklas“ sorgte im Nachgang für einen ungewöhnlichen Einsatz von Feuerwehr und Technischem Hilfswerk (THW) in Herdecke: Am Karfreitag hatte ein besorgter Anwohner gemeldet, dass sich bei einem Nachbarhaus an der Berliner Straße die Dämmung gelöst habe. Diese drohe auf sein Haus zu stürzen.

Der Einsatzleiter der Feuerwehr holte einen Bauingenieur des THW zur Bewertung der Schäden hinzu. Im oberen Bereich der Außenwand hatte sich die aufgeklebte und komplett mit Putz überdeckte Styropordämmung auf einer Fläche von sechs mal acht Metern gelöst. Zwischen dem noch zusammenhängenden Fassadenteil und der Wand tat sich ein rund 20 Zentimeter breiter Spalt auf, der sich bis zum Boden zog. Zur provisorischen Sicherung war bereits vor Eintreffen der Feuerwehr zwischen einem Fenster und einem Balkon im oberen Bereich ein Seil gespannt worden. „Die Stabilität der Fassade war nicht mehr gegeben. Windböen hätten jederzeit große Stücke oder sogar das ganze Teil von der Wand reißen können. Dabei hätten Passanten oder Autofahrer gefährdet werden können. Wir mussten uns also überlegen, wie man die Fassade sichern kann“, erklärte Feuerwehrsprecher Daniel Heesch.

Absicherung mit Holzkonstruktion

Nach kurzer Beratung zwischen THW, Ordnungsamt, Hauseigentümerin und Feuerwehr wurde entschieden, massive Holzbalken zur Sicherung vor die Fassade zu setzen und in der Mauer zu verankern. Aufgrund der benötigten Länge der Holzbalken mussten diese zunächst aus jeweils zwei kürzeren Balken zusammengesetzt werden. Um die Balken auf Giebelhöhe befestigen zu können, wurde schließlich die Drehleiter der Feuerwehr eingesetzt. „Die Zusammenarbeit zwischen THW und Feuerwehr hat sehr gut funktioniert, weil sich viele Einsatzkräfte der beiden Organisationen durch gemeinsame Übungen bereits kannten“, so Heesch.

Erst gegen Mitternacht war der Einsatz beendet. So lange musste die Berliner Straße zwischen Jungferneiche und Philipp-Nicolai-Weg komplett gesperrt werden. „Wir möchten uns auch bei den Anwohnern bedanken, die unsere Einsatzkräfte mit Kaffee und Wasser versorgt haben“, sagte Feuerwehrsprecher Heesch.