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Claus Brune tauscht Tapeziertisch gegen Koffer

30.12.2015 | 12:00 Uhr
Claus Brune tauscht Tapeziertisch gegen Koffer
Malermeister Claus Brune (68) aus Herdecke macht nach 43 Jahren Schluss und übergibt den Betrieb an seinen Nachfolger Thomas Köster (34)Foto: Elisabeth Semme

Herdecke.   Malermeister Claus Brune aus Herdecke hängt nach 43 Jahren seine Arbeitskleidung an den Nagel. Thomas Köster (34) übernimmt den Betrieb.

„Jetzt ist Schluss“, sagt Malermeister Claus Brune. Der 68-Jährige hängt nach fast 43 Jahren seine Arbeitskleidung endgültig an den Nagel und plant für den Ruhestand vor allem eines: Reisen.

Bereits mit 14 Jahren kam der gebürtige Hasper nach Herdecke. Gut kann Claus Brune sich noch an diese Zeit erinnern; denn damals gründete er mit Schulkameraden aus Herdecke und Haspe die Band „The Gents“. „Helmut Wockelmann war dabei. Der macht heute übrigens immer noch Musik mit den ,Grafen’. Und Lothar Scheffler gehörte auch dazu“, erzählt Claus Brune, der selbst am Schlagzeug saß. Nach der Schule absolvierte Brune eine Ausbildung in Gevelsberg und arbeitete danach bis zur Meisterprüfung bei Firma Blothe. „Eigentlich wollte ich nach der Meisterprüfung Fach- bzw. Kundenberater werden. Aber damals war die Zeit schlecht, also machte ich mich selbstständig. Erst zehn Wochen später bekam ich auf einmal Bescheid, dass ich hätte anfangen können, aber da war es schon zu spät“, so Brune.

Als Poppiges modern war

In den ersten Jahren seiner Selbstständigkeit verschönerte Claus Brune so manches Zuhause mit riesigen Mustertapeten im Pop-Art-Stil: „Eine Wand im Wohn- oder Schlafzimmer hatte damals fast jeder damit tapeziert. Da konnte man eigentlich gar nicht hingucken“, erzählt der Herdecker und schmunzelt. Aber nicht nur Wände, sondern auch Fußböden gestaltete der Handwerker: „Wir haben Teppichböden und Laminat verlegt. Und bei reichen Leuten haben wir sogar mal Zaunspitzen vergoldet, mit Blattgold“, so der Herdecker. „Früher war man eben Allrounder, die Bandbreite der Arbeiten war groß. Heute ist das längst nicht mehr so.“

Zudem verschönerte Claus Brune keineswegs nur Innenräume, sondern auch Hausfassaden. „Da bin ich hoch geklettert; schwindelfrei muss man für solche Arbeiten auf jeden Fall sein“, weiß der Malermeister. Aber dann kam die große Wärmedämm-Welle. „Erst war die Dämmung nur 4 Zentimeter, jetzt ist sie schon 25 Zentimeter dick. Zum Teil habe ich das bei kleineren Häusern auch gemacht. Aber der Aufwand ist groß, so dass man an einem Zwei- oder Drei-Familien-Haus schon man ein Dreivierteljahr zu arbeiten hat. Außerdem ist das auch nicht ganz billig.“

Apropos billig: Natürlich kennt Claus Brune den Trend zum Selbermachen; denn ein professioneller Handwerker kostet eben Geld. „Manche alten Leute, die ihr Zuhause vernünftig gemacht haben wollten, haben dafür sogar gespart“, weiß der Herdecker. „Andere versuchen es selbst und rufen dann hinterher noch an, wenn sie es nicht hinkriegen. Oder sie wollen, dass man Billig-Farbe verarbeitet. Aber das geht gar nicht“, sagt der Experte.

Doch damit ist es ja nun vorbei. Pinsel, Farbe, Kleister und alle anderen Utensilien werden fortan nicht mehr zum Alltag des Herdeckers gehören. Stattdessen möchte er auf jeden Fall gemeinsam mit Ehefrau Veronika viel auf Reisen gehen. „Wir haben schon viele Fernreisen gemacht, jetzt lassen wir alles mal auf uns zukommen.“ Zudem wird im Januar das dritte Enkelkind die Familie vergrößern, was ebenfalls nach einer zeitintensiven Beschäftigung für Großvater Claus Brune ausschaut.

Elisabeth Semme

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2015-12-30 12:00
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