Bürger in Wetter wollen Flüchtlingen helfen

Zu den Ideen der Stadt für ein verbessertes Angebot für flüchtligne zählt auch ein Café. Eine erste interessierte Ehrenamtliche trägt ihren Namen in die Liste ein.
Zu den Ideen der Stadt für ein verbessertes Angebot für flüchtligne zählt auch ein Café. Eine erste interessierte Ehrenamtliche trägt ihren Namen in die Liste ein.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Viele Gäste bei einer Veranstaltung in der Villa Vorsteher: Die Stadt Wetter kam mit vielen Ideen, die Bürger hatten noch mehr.

Wetter..  Die Vorstellungsrunde der Verwaltungsmitarbeiter war gerade noch zu schaffen. Rund ein halbes Dutzend Männer und Frauen sind bei der Stadt Wetter mit der Betreuung von Flüchtlingen betraut. Die Vorstellungsrunde der übrigen Gäste in der Villa Vorsteher aber fiel aus: Es waren einfach zu viele Vertreter von Kirchen, Parteien und Verbänden, „die etwas tun wollen für unsere neuen Mitbürger.“ So fasste Margot Wiese vom Fachbereich Soziales die Aufgabe zusammen, die Stadt und Bürger gemeinsam schultern wollen.

Zeit zum Zuhören

Drei Unterkünfte für Flüchtlinge gibt es im Stadtgebiet. Fünf alleinstehende Frauen, 49 alleinstehende Männer, zwei Ehepaare und 18 Familien haben hier Zuflucht gefunden. Zudem erhalten sie finanzielle Unterstützung. Zunächst ist das weniger als der Sozialhilfesatz, ab dem 15. Monat in etwa auf Sozialhilfeniveau. Dazu kommen Sachleistungen, wenn etwa Kindern ermöglicht wird, in einem Verein zu kicken oder mit auf Klassenfahrt zu gehen.

Zu einer echten Willkommenskultur gehört aber noch mehr, so Sozialamtsleiter Udo Schule, und für dieses Mehr ist die Hilfe der Bürger nötig. Die Einladung jetzt in die Villa Vorsteher wollte Margot Wiese als „ersten Aufschlag“ verstanden wissen. Eingeladen waren bewusst nur Verbandsvertreter. Aber das ist auch beim Sozialamt schon angekommen: Es gibt viele Bürger in der Stadt, die Flüchtlingen helfen wollen. Und für sie hat die Stadt auch schon einen Ansprechpartner benannt: Sören Noll wird künftig koordinieren, was an Hilfsangeboten vorliegt - und was überhaupt an Hilfe gefragt ist (soeren.noll@stadt-wetter.de).

Die Verwaltung hat schon ein paar Ideen: Paten könnten die Flüchtlinge als neue Mitbürger in der Stadt begleiten, ein Treffpunkt-Café könnte ein Ort für erste Gespräche sein, noch mehr Sachspenden zu den Flüchtlingen gelenkt werden. „Das wird schon gelebt“, so Margot Wiese. Das Rote Kreuz hat schon mit Bettwäsche ausgeholfen. Und noch mehr ist bereits passiert: Mitglieder einer Gemeinde halfen beim Bettenbau, Mutter-und-Kind-Gruppen sind bereits offen für Menschen, die vor Krieg und Gewalt geflohen sind.

Klaus Reiter von der Freien Evangelischen Gemeinde hatte bei den Flüchtlingen nach deren Wünschen gefragt. Bessere Matratzen waren die Antwort und ein Unterstand für die Fahrräder, die bereits gespendet wurden. Ganz wichtig auch: Der Aufbau von Beziehungen. „Das sind oft sehr gastfreundliche Menschen“, wusste er zu berichten. Wer helfen will, sollte also Zeit mitbringen. Schließlich fängt die Hilfe schon beim Zuhören an.