Brücke über die Bahn in Wetter muss neu gebaut werden

Die Brücke unter der Kreuzung Kaiserstraße muss neu gebaut werden. Auch Fahrbahn und Ampelanlagen sind in einem schlechten Zustand
Die Brücke unter der Kreuzung Kaiserstraße muss neu gebaut werden. Auch Fahrbahn und Ampelanlagen sind in einem schlechten Zustand
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Die untere Kaiserstraße in Wetter ist bereits fertig gestellt. Nun könnte sich der Abschluss für den restlichen Umbau der City um Jahre verzögern.

Wetter..  Vertreter des Landesbetriebs Straßenbau seien öfter schon mal Überbringer schlechter Nachrichten, weiß Carola Ziebs. Was sie den Mitgliedern des Bauausschusses zu sagen hatte, war an Wucht kaum zu überbieten: „Das Bauwerk unter der jetzigen Kreuzung der Kaiserstraße muss neu gebaut werden.“ Folge für den Abschluss der laufenden Umbauarbeiten in der Innenstadt: „Der Kreisel kommt frühestens in fünf Jahren.“

Dabei hätten die Bauarbeiten jetzt beginnen sollen. Die Kaiserstraße ist zwischen dem Kreisel am Ruhrtalcenter und der großen Kreuzung fertig gestellt. Die Stadt stand eigentlich „Gewehr bei Fuß, den letzten Schritt zu tun“, so Bürgermeister Frank Hasenberg. Die Nachricht vom Landesbetrieb „hat uns außerordentlich die Laune verdorben“, sagt er im Gespräch mit der Presse. „Wir sind geschockt“, fügt er im Bauausschuss hinzu. Eine Verzögerung im günstigsten Fall von fünf Jahren sei „inakzeptabel“, so Hasenberg. Vor allem der Zeitablauf „sei für niemanden verständlich und macht ärgerlich.“

Spannstahl ist das Problem

Seit Jahren schon sitzt der Landesbetrieb mit im Boot bei der Neugestaltung der Kaiserstraße. Und da komme die Behörde mit dieser Hiobsbotschaft „ausgerechnet jetzt, wo der Abschluss vor der Tür steht“, bemerkte Alt-Bürgermeister Werner Laberenz verständnislos im Bauausschuss. Erst vor zwei Jahren sei deutlich geworden, welche Probleme Spannstahl aus den frühen 60er Jahren mit sich bringen könne, gab Carola Ziebs vom Landesbetrieb zurück. Zunächst seien die Autobahnbrücken mit Vorrang in den Blick genommen worden. Im Februar war dann das Bauwerk über der Bahn dran.

Ein Gutachten sei in den nächsten Tagen zu erwarten. Aber auch so ließ die Abteilungsleiterin Bau beim Landesbetrieb keinen Zweifel daran, dass ein völliger Neubau unerlässlich sei wegen des spannungsrissgefährdeten Spannstahls. Erschwerend kommt hinzu, dass Unterlagen über die Brücke fehlen. Spätestens in 15 Jahren müsse der Bau ersetzt sein, so Carola Ziebs. Den Kreisel jetzt zu bauen „würde sich nicht lohnen“, wenn in absehbarer Zeit der neue Kreisel mit der alten Brücke abgerissen und dann noch einmal errichtet werden müsste.

Was möglich ist, sollen nun Gespräche der Stadt mit dem Landesbetrieb, dem Regierungspräsidium, dem Ministerium und der Bahn zeigen. „Wir müssen sehen, dass wir jetzt möglichst viel umsetzen können von unseren Plänen“, beharrt Manfred Sell, Fachbereichsleiter für Bauen bei der Stadt Wetter. Dabei könnte es um die Frage gehen, was alles von den Zufahrten auf den Kreisel schon gebaut werden kann, auch wenn der Kreisel selbst möglicherweise erst später kommt. Aber auch ein zweifacher Bau des Kreisels bleibt nicht ausgeschlossen. Zu klären ist zudem, ob die zugesagten Zuschüsse auch dann fließen würden, wenn alles erst viel später fertig wird als bislang angenommen.