Brücke an der Kaiserstraße ohne Plan

Die Kreuzung Friedrichstraße/Kaiserstraße in Wetter soll umgebaut werden. Zuvor wird die Brücke geprüft.
Die Kreuzung Friedrichstraße/Kaiserstraße in Wetter soll umgebaut werden. Zuvor wird die Brücke geprüft.
Foto: WP
Weil die Baupläne fehlen, muss die Brücke über die Eisenbahn an der Kaiserstraße aufwendig untersucht werden. In diesem Jahr soll die Kreuzung dort in einen Kreisverkehr umgebaut werden.

Wetter..  Helles Licht unter der Kreuzung und Klopfgeräusche sollten nächtliche Autofahrer in Wetter in diesen Tagen nicht erschrecken. Der Landesbetrieb Straßen NRW prüft derzeit die Brücke an der Kaiserstraße, auf der im Frühjahr ein Kreisverkehr entstehen soll. Alle sechs Jahre müssen Brückenbauwerke genauer untersucht werden, diese turnusmäßige Hauptprüfung wird im Fall der Kaiserstraßen-Brücke nun allerdings erweitert. Denn für das gerade einmal 50 Jahre alte Bauwerk gibt es keine Pläne mehr.

Mit einem so genannten Ferro-Scan-Verfahren wird ermittelt, wie viel Stahl damals in dem Betonbau verarbeitet worden ist. „Diese Daten dienen uns dann als Grundlage dafür, das Bauwerk noch einmal zu berechnen“, erläutert Thomas Raithel, bei Straßen NRW Projektleiter in der Bauabteilung. Schließlich soll nicht nach Fertigstellung des Kreisverkehrs festgestellt werden, dass die Brücke darunter den Anforderungen für die Zukunft gar nicht standhält.

Zunächst muss der Beton aber den kritischen Blicken von Robert Saager standhalten, der seit der Nacht zum Dienstag auf einem Hubsteiger unter der Brücke steht, um das Bauwerk „handnah“ zu prüfen. Reicht im Drei-Jahres-Turnus ein prüfender Blick von unten, muss der Beton bei der Hauptprüfung genauer unter die Lupe genommen werden. Risse und Bruchstellen werden dokumentiert. Darüber hinaus wird der Beton auf Hohlstellen hin abgeklopft. Klar ist schon jetzt, dass die so genannten Brückenkappen erneuert werden müssen. Das sind die Randbereiche der Brücke, die auf die Träger aufgelegt werden.

Obergrabenbrücke wird abgerissen

Sicher ist auch, dass die Brücke, sollte sie denn für den Kreisel-Neubau standhaft genug sein, noch einmal abgedichtet werden muss. Dazu werden im Zuge der Bauarbeiten als unterste Schicht Bitumenbahnen aufgeklebt. Problem: Diese Arbeiten können nur bei trockener Witterung ausgeführt werden. „Da kann es natürlich zu Verzögerungen kommen“, so Raithel.

Sowohl Straßen NRW wie auch die Stadt wollen die Planungen für den Kreuzungsumbau noch im Frühjahr beginnen. Schließlich ist geplant, die Baustelle an der Kaiserstraße möglichst zeitgleich mit der Sperrung an der Friedrichstraße abzuwickeln. Hier wird Straßen NRW die Obergrabenbrücke im Frühjahr abreißen und durch einen Neubau ersetzen. „Der Auftrag für diese Arbeiten ist vergeben“, sagt Raithel. Zurzeit werde ein Bauzeitenplan erstellt. Der Beginn der Arbeiten im April oder Mai sei realistisch. Für Manfred Sell, als Fachbereichsleiter Planen bei der Stadt für den Kreuzungsumbau verantwortlich, ist das ein wichtiges Signal. Schließlich wolle man an der Kaiserstraße „unter laufendem Verkehr“ umbauen. Und da sei es hilfreich, wenn aus Richtung Hagen während der Bauphase keine Autos kommen.